Sonntag, 28. April 2019

Revivaltour an Nord- und Ostsee im Sommer: -Teil 3- Hamburger Hallig, ein tolles Stück Natur

Mittwoch, 11.07.2018
Wir wollen früh los, deshalb macht uns der Wecker bereits um 6:30 Uhr wach. Patrik besorgt die Brötchen vom gegenüber liegenden Campingplatz. Na ja, es gab schon bessere. Bereits um kurz nach sieben geht es mit dem Frühstück los. Wie immer an einem Fahrtag, es stehen fast 200 Kilometer auf dem Programm, fällt die erste Mahlzeit des Tages nicht so üppig aus.
45 Minuten später ist bereits alles verräumt. Aber Patrik macht einen Denkfehler. Wir hängen ja bekanntlich am Stromkasten und dieser ist hier am Platz reglementiert. Wie bereits das Einstecken wird auch das Ausstecken vom Platzwart zu bestimmten Zeiten übernommen. Diese ist am Morgen von 09:00 Uhr bis 10:00 Uhr. Da es bis dahin noch eine Stunde Zeit ist, fahren wir zur Entsorgung und lassen das Abwasser ab. Dann bleibt nach dem Prozedere nur noch eine dreiviertel Stunde bis der Platzwart tätig wird. Diese überbrücken wir mit dem Flimmerkasten. Pünktlich um 09:00 Uhr begibt sich Patrik zur Rezeption. Dort wird der Platzwart per Funk zu unserem "Stromkasten Nr. 6" geordert. Es dauert nicht lange und der freundliche Mann zieht unseren Stecker. Patrik bezahlt die Stromschuld bei ihm. Nun kann es weitergehen. Stopp, da war ja noch etwas. Die Stellplatz-/Parkgebühren  müssen noch von uns beglichen werden. Hier in Duhne sind 13,00 € für 24 Stunden fällig. Macht bei uns 39 Euro. Bezahlt wird an einem Automaten. Die Zahlung wir von Patrik erledigt. Jetzt kann es losgehen.

Wir wollen den heutigen Tag an der Hamburger Hallig bei Bredstedt verbringen. Die Halligen sind kleine, nicht oder nur wenig geschützte Marschinseln vor den Küsten, die bei Sturmfluten überschwemmt werden können. Sie liegen im nordfriesischen Wattenmeer an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins sowie an der Nordseeküste Dänemarks. Die zehn heute noch existierenden, bis 956 Hektar großen deutschen Halligen gruppieren sich kreisförmig um die Insel Pellworm, die selbst keine Hallig ist. Sieben der zehn Halligen sind heute ständig bewohnt.
Der typische Halligboden

Die Halligen erheben sich nur wenige Meter über dem Meeresspiegel, weshalb sie während einer starken Flut mit Ausnahme der Warften, künstlich aufgeschütteten Hügeln, auf denen die Häuser stehen, überspült werden („Landunter“). Ihre Flora weist salzwasserresistente Arten auf, die der Landschaft ihr besonderes Gepräge geben. Eine weitere Besonderheit besteht darin, dass der Halligboden kein Süßwasser speichert, sodass es auf den Halligen außer Regenwasser kein natürliches Süßwasser gibt. Früher wurde deswegen das Regenwasser in den Fethingen gesammelt.
Die Halligen sind erdgeschichtlich junge Inseln, die durch Aufschlickung bzw. Aufschwemmung bei Überflutungen erst im vergangenen Jahrtausend auf altem, untergegangenem Marschland entstanden sind, oder – im Fall von Nordstrandischmoor – der Rest einer ehemals größeren Insel.
Im Gegensatz zu den Halligen verfügen die benachbarten Inseln Sylt, Amrum und Föhr über einen Geestkern, Nordstrand und Pellworm sind Reste des alten Marschlandes. Gelegentlich wuchsen Halligen durch Anlandungen zusammen. Da die Halligen lange keine Uferbefestigung besaßen, veränderte sich ihre Form häufig. Im Laufe der Zeit verschwanden viele wieder, andere wurden an das Festland angeschlossen. Auch die Hamburger Hallig ist keine Insel mehr, weist aber alle anderen Merkmale einer Hallig auf (Quelle: Wikipedia 
(Bitte Impressum beachten!)).
Um uns den Weg über bzw. durch Hamburg zu sparen nutzen wir die Elbfähre Wischhafen-Glückstadt. Die Passage spart nicht nur Kilometer sondern auch Zeit. Allerdings kostet uns die fast 30 minütige Fahrt inkl. dem Wohnmobil 17,50 €. An vielen Tagen herrscht an dem Fähranleger viel Betrieb mit hohen Wartezeiten bis zu zwei Stunden. Wir haben Glück. Die nächste Fähre ist uns. Die Auffahrt erfolgt nach einem ausgeklügelten System. 


Auf der Fähre
Wir stehen fast ganz vorne. Die  Überfahrt wird von uns zum ausruhen im Führerhaus genutzt. Auf den hiesigen Fähren besteht sogar die Möglichkeit einen Imbiss an Bord zu besuchen.
Ohne Komplikationen erreichen wir Glückstadt.
Über Land geht es jetzt zur A23. In Hohenheide endet diese. Es heißt wieder auf der Landstraße weiterfahren und die Gegend betrachten. Wir überfahren die Eider bei Tönning. Für alle Technikinteressierte gibt es dort das sogenannte Eidersperrwerk zu besichtigen.
Es befindet sich an der Mündung der Eider in die Nordsee. Hauptzweck dieses größten deutschen Küstenschutzbauwerkes ist der Schutz vor Sturmfluten der Nordsee. Als ein Jahrhundertbauwerk wurde das Sperrwerk am 20. März 1973 eingeweiht.
Das Sperrwerk besteht aus zwei separaten Reihen mit jeweils fünf Toren. Die Anlage wurde so ausgeführt, um eine doppelte Deichsicherheit zu gewährleisten. Zwischen den Toren führt eine Straße hindurch, geschützt durch einen 236 Meter langen Tunnel. Über dem Tunnel ist ein Fußweg, der eine gute Aussicht auf die Westküste und die Eider bietet. Ebenfalls mit doppelten Toren ausgeführt ist eine dem Sperrwerk angegliederte Schleuse für den Schiffsverkehr auf der Eider. Mitsamt dem ebenfalls neu gebauten Deich ist das Sperrwerk 4,9 Kilometer lang, liegt 8,5 Meter über Normalhöhennull und 7 Meter über dem mittleren Tidehochwasser. Fünf Sieltore von je 40 Meter Länge lassen bei Ebbe das Eiderwasser in die Nordsee bzw. bei Flut das Nordseewasser in die Eider fließen. Daneben befindet sich eine 75 Meter lange und 13 Meter breite Kammerschleuse, durch die Schiffe aus dem anliegenden Hafen in die Nordsee kommen. Da wir allerdings zur Hallig möchten, lassen wir das Sperrwerk aus.
In Bredstedt müssen noch die Lebensmittelvorräte aufgefüllt werden. Bereits im Vorhinein wurde ein Einkaufszettel erstellt, auch um morgen direkt weiter nach Dänemark zu fahren.
Gegen 14:00 Uhr rangieren wir das Wohnmobil auf dem Stellplatz am Ansinck Haus in Reußenkögge.





Ankunft am Amsinck Haus

Patrik sattelt die Fahrräder ab. 
Fahrrad abgesattelt

Wer keine eigenen Fahrräder dabei hat, kann welche
am Ansinck Haus für 2,00 € leihen.
Schon kann es los gehen in Richtung Hallig. Nach kurzer Zeit sehen wir eine, von insgesamt drei, der typischen Warften, die Warft "Schafberg" mit NABU-Station, das „Claus-Jürgen Reitmann-Haus“. Die Unterkunft ist nur zeitweise von ehrenamtlichen NABU-Naturschutzwarten bewohnt. Der Schafberg liegt im Vorland vor dem Sönke-Nissen-Koog, also nicht auf der eigentlichen Hamburger Hallig. Manche Quellen sprechen daher von nur einer bewohnten Warft auf der Hamburger Hallig.
Da wir bereits bei einem vergangenen Besuch der Hallig die NABU Station besichtigten, wird diese links liegen gelassen. Die Hauptwarft kommt in Sichtweite. Nur noch wenige Tritte und wir erreichen sie. Die Hauptwarft auf der Hamburger Hallig, vier Kilometer westlich vom Seedeich des Sönke-Nissen-Kooges, hat keinen eigenen Namen. Auf ihr stehen drei Gebäude:

  • Gaststätte „Hallig Krog“, die von Ostern (spätestens jedoch 1. April) bis zum 31. Oktober bewirtschaftet wird (auf dem Bild links)
  • Ein Stützpunkt der NationalparkService gGmbH (NPS) mit Praktikantenwohnung (nur zeitweise im Sommer bewohnt) (auf dem Bild mittig)
  • "Watt-Werkstatt“ (Ausstellung und Labor des NPS) (auf dem Bild rechts)

Die Haupthallig
Solch eine Seeluft macht hungrig. Aus diesem Grund geht es nun für uns in die Gaststätte. Wir bekommen dort leckeren selbstgemachten Kuchen serviert. Noch einen Latte Macchiatto runden diese Zwischenmahlzeit ab. 


Der Badestrand auf der Hamburg Hallig
Einstieg in die Nordsee

Fahrrad Parkplatz

Gut gesättigt fahren wir, mal wieder mit Gegenwind, zu unserem Nachtlager zurück.
Der kleine Stellplatz hat sich gut gefüllt. Wir sitzen uns gemütlich unter die Markise und genießen den Rest des Nachmittags.
Gegen 19:00 Uhr wirft Patrik den Lotus-Grill an. Heute gibt es das erste Mal Grillfackeln. Eine Premiere, da es ansonsten nur immer Würste gab. Dazu finden wir in den Tiefen des Kühlschranks noch der ein oder andere Discounter Fertigsalat.
Das mit den Grillfackeln klappt. Sie sind fast so knusprig wie vom normalen Grill. Der einzige Nachteil an diesem Grillgut und dem Lotus-Grill: das Fleisch ist sehr fettig. Deshalb muss Patrik nachher den Rost und die Wanne ordentlich schrubben, damit sie sauber werden.
Allmählich geht die Sonne unter. Die Temperaturen fallen leicht. Jetzt wird erstmal das Wohnmobil richtig gelüftet und alle Fenster weit aufgestellt. Natürlich vergessen wir nicht die Fliegennetze vorzumachen, denn der Stellplatz liegt mitten in der Natur, dadurch sind Begegnungen mit den fiesen Stechern vorprogrammiert. Zum Glück haben wir noch vom letztjährigen Schottlandurlaub Anti-Brumm forte an Bord. Das hält auch die doofsten Stechmücke ab.
Wir beschließen noch einen kleinen Spaziergang auf dem Damm zu unternehmen. Von dort gibt es einen tollen Blick auf den Sonnenuntergang. Auch die vielen Schafe genießen das Schauspiel.






Sonnenuntergang auf der Hallig


Jetzt wo der "Tourismusbetrieb" pausiert ist es hier ein richtig ruhiges Fleckchen Erde. Nur die Natur und eine Handvoll Wohnmobilisten.



Amsinck-Haus und der Womo Stellplatz

Nachdem die Sonne vollständig verschwunden ist, verschwinden auch wir vom Deich und verkrümeln uns im Wohnmobil. Übrigens ist es die erste Nacht in diesen Urlaub, wo alle Fenster offen bleiben.  



Übrigens so ist das Treiben auf dem Damm zu abendlicher Stunde




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