Sonntag, 28. April 2019

Revivaltour an Nord- und Ostsee im Sommer: -Teil 5- Die Halbinsel Holnis

Samstag, 14.07.2018
Wie so oft beginnt der Tag um 08:00 Uhr. Patrik geht die letzten Kronen "verprassen". Im örtlichen Supermarkt kauft er dafür die Brötchen und findet an der Straße noch einen Verkaufsstand für dänischen Honig. Wer uns kennt, weiß, das wir einheimische Lebensmittel mögen und dementsprechend auch unterstützen. Nachdem Patrik zwei Gläser Honig erwirbt sind nur noch sechs Kronen in Geldbeutel. Übrigens gibt es hier in Dänemark keine krummen Beträge wie bei uns. Diese werden dementsprechend aufgerundet. Entweder auf den vollen Kronenbetrag bzw. auf 50 Öre. Das gestrige Glas Marmelade kostete z. B. 39,95 dkr laut Auszeichnung. Bezahlt haben wir dafür 40 Kronen. 
Zurück am Wohnmobil hat Nadine bereits den Frühstückstisch gedeckt. Patrik hebt sein Fahrrad noch schnell auf den Träger und verzurrt es. Nun kann die erste Mahlzeit des Tages beginnen.
Wir besprechen wie immer an einem Fahrtag die heutige Route.
Diese führt uns in Richtung Flensburg zur Halbinsel Holnis bei Glücksburg und dann weiter in unsere Lieblingsregion an die Schley. Wo heute Nacht unser Stellplatz ist, das steht noch in den Sternen!
Gegen 09:30 Uhr stehen wir bereits an der vorzüglich gestalteten Entsorgungsstation. Nur Frischwasser wird nicht aufgetankt. Patrik gibt noch am Automaten die Stellplatzmagnetkarte ab. Der Pfandbetrag und das übrig gebliebene Guthaben wird auf das Kreditkartenkonto gutgeschrieben. Update: bereits nach zwei Werktagen war der Gesamtbetrag bereits auf dem Konto verbucht.
Wir programmieren noch schnell das Navi und schon heißt es: "Tschüss Rœmœ!"

Tschüss Römö
Für die knapp 110 km zum Zwischenstopp in Holnis verzichten wir weitgehend auf Autobahnen und nutzen Land- und Bundesstraßen. Zügig ist die dänisch-deutsche Grenze bei Kolding vor uns. Hier geht es auf die Autobahn. Auf der gegenüberliegende Fahrbahn Richtung Dänemark stehen schwerbewaffnete Zöllner am Grenzübergang. Dadurch ist auf der Seite ein Mordsstau. Man muss dazu sagen, das die Dänen seit 2011 wieder Einreisekontrollen durchführen. Wer also ins Königreich Dänemark möchte, sollte sich auf eine eventuelle Wartezeit an der Grenze einstellen. 
Kurze Zeit später verlassen wir wieder die Autobahn. Ab jetzt sind es wieder Landstraßen und Ortschaften die an uns vorüberziehen. Glücksburg wird leider durchfahren. Für einen Stop bleibt uns keine Zeit. Kurze Zeit später heißt es erneut "Ende der Straße". Wir haben die Halbinsel Holnis erreicht. 

Holnis (dänisch: Holnæs) ist eine Halbinsel in der Ostsee, die sich auf einer Länge von 6 km nord-östlich der Stadt Glücksburg in Schleswig-Holstein in die Flensburger Förde erstreckt und als ein Ortsteil zu Glücksburg gehört. Die Halbinsel ist wichtiger Bestandteil des örtlichen Tourismus. Auf der Halbinsel befinden sich eine Steilküste und eine Salzwiese mit einer bedeutenden Brutkolonie für Seevögel. Ursprünglich war Holnis eine Insel, die über einen Damm ans Festland angebunden wurde. Das große und das Kleine Noor sowie der See Neupugum waren flache Meeresbuchten. Durch Eindeichungen im Jahr 1929 wurde das Gebiet endgültig ans Festland angeschlossen. Ein Schöpfwerk beim angrenzenden Schausende entwässert bis heute dasjenige Gelände, das unterhalb des Meeresspiegels liegt. Bis zu ihrer Eingemeindung nach Glücksburg am 1. Oktober 1938 bildete Holnis eine Gemeinde im Kreis Flensburg-Land.
Der Ortsname wurde erstmals 1575 schriftlich dokumentiert. Der erste Teil des Namens Hol(d)- verweist auf einen Erbbauern (vgl. altnordisch hǫlðr und altdänisch hald) oder evtl. auf das dänische Verb holde für halten, da vor der Halbinsel Schiffe gehalten haben. Der zweite Teil des Namens -nis oder dän. -næs beschreibt im Dänischen eine Landspitze oder Halbinsel.
Am südlichen Rand von Holnis liegt der kleine Ort Drei (dänisch: Draget). Der bei Drei gelegene Bade- und Kurstrand gilt als einer der schönsten Strände an der Flensburger Förde. Im Gegensatz zum Glücksburger Kurstrand liegt er nicht an der Innenförde, sondern an der Flensburger Außenförde. Diese öffnet sich zur freien Ostsee mit einer gleichbleibenden Zirkulation und folglich einem dauerhaften Wasseraustausch, der in der Innenförde wesentlich geringer ist. Hieraus resultiert in der Außenförde eine oft deutlich bessere Wasserqualität mit einem höheren Salz- und Sauerstoffgehalt, während die Innenförde zumeist nahezu aus Brackwasser besteht. Weiter südlich von Drei liegen zudem die Glücksburger Nachbarortsteile Bockholm und Iskiersand (Das benachbarte Dorf Munkbrarup besitzt einen angrenzenden, namensgleichen Ortsteil namens Iskiersand.). Am südwestlichen Rand von Holnis, an der Innenförde, liegt zudem der Ort Schausende (von dänisch Skovsende, etwa „Waldende“) mit einem kleinen Yachthafen und einem Leuchtturm.
Die zwischen dem Ortsteil Schausende und der Spitze der Halbinsel liegende Steilküste ist ein Resultat der tektonischen Verformungen durch die letzte Eiszeit, die für die Landschaftsgenese der gesamten Ostküste des nördlichen Schleswig-Holsteins verantwortlich ist. Die in der letzten Eiszeit entstandenen Endmoränen reichen hier bis an die Ostseeküste heran und sind durch die Brandung der Jahrtausende zu einer Steilküste geformt worden. Da die Steilküste bis heute in ihrem ursprünglichen Zustand belassen wurde, bricht von Zeit zu Zeit einiges Material aus den unterhöhlten Stellen ab und bleibt an der Brandungsplattform liegen. Es kann vorkommen, dass auch größere Teil als Schollen abrutschen, weil die Moränen von zahlreichen Tonschichten durchzogen werden. Da sich auf diesen wasserundurchlässigen Tonschichten das Niederschlagswasser sammelt, tritt an den steilen Wänden Wasser aus zahlreichen kleinen Quellen zutage (Quelle und weitere Infos: Wikipedia (Bitte Impressum beachten!).
Der erste Weg führt uns am Fährhaus Holnis, ein Restaurant und Hotel, vorbei. Wir überlegen dort eine Kaffeepause einzulegen, aber die Preise passen nicht in unser Budget. Der Weg wird immer schmaler, zuerst ein ausgebauter Feldweg bis wir auf einen Trampelpfad stehen. 



Zum Glück ist dort ein Wegweiser und eine Infotafel, d.h. wir sind richtig. Am Ende des Pfades stehen wir am Strand. Fast keine Menschenseele dort. Richtig romantisch. 

Wir genießen die Idylle. Leider ist es noch nicht so warm um ein wenig im Wasser zu "planschen"
Allmählich haben wir genug Idylle geschnuppert. 





Es wird Zeit weiter zu fahren. Leider gibt es hier im Umkreis "nur" einen Campingplatz oder einen Stellplatz in Flensburg. Unser nächstes Ziel ist Schleswig. Die Fahrzeit für die fast 60 Kilometer liegt bei ungefähr 90 Minuten. Gut gelaunt erreichen wir am späten Nachmittag den Stadthafen in Schleswig an der Schlei. Wie der Name "Hafen" schon verrät liegt der Stellplatz direkt am Wasser. Wir fahren auf den schön angelegten Platz, aber alle Plätze sind belegt. Schade! Es hat sich irgendwie bewahrheitet, das man mittags kaum noch gute Plätze findet. Am besten ist eine Anreise am frühen Vormittag. Leider haben wir kein Wasser mehr an Bord und die Versorgung am Stadthafen funktioniert nur mit einem Chip, den es bei der Anmeldung gibt, denn rund ein Kilometer weiter gibt es ein ehemaliges Bundeswehrgelände. Auf diesem findet sich seit kurzem die sog. "Freiheit"". Ein großes Areal mit Veranstaltungshalle, diversen Industriehallen und, interessant für den Wohnmobilisten, ein großer Parkplatz direkt an der Schlei. Allerdings ohne jegliche Infrastruktur, jedoch kostenpflichtig (10 €/24 Std.). Wir haben hier einen GoogleMaps Ausschnitt eingefügt, damit sich jeder mal ein Bild von der "Freiheit" machen kann.

Auf der Freiheit in Schleswig
Für uns heißt es jetzt aber eine Alternative zu finden. Als Joker haben wir noch den Stellplatz in Jagel, einem Vorort von Schleswig, im Ärmel.
Kurzerhand führt uns der Weg dorthin. Der Stellplatz ist im Hof einer Wohnmobilhandlung bzw. -werkstatt.
Wohnmobilhafen Jagel
Neben der Ver- und Entsorgung hält dieser auch eine Dusche und Toilette sowie diverse Sitzgelegenheiten auf dem großzügigen Wiesengelände bereit. Hier bleiben wir erstmal für diese Nacht.
Unser heutiges Nachtlager
Leider hat Jagel nix zu bieten, deshalb sieht unser Plan wie folgt aus:

  • herrichten des Womos
  • Erkundung des Platzes und der Umgebung
  • Fußball WM, Spiel um Platz 3 im Fernseh verfolgen
  • den Abend gemütlich ausklingen

Bei der Erkundung des Platzes entdecken wir neben einer gemütlichen Sitzecke auch noch ein Grill.

Sitzecke mit Feuerstelle
Ebenfalls ist genügend Platz für Familien mit Kindern vorhanden. Das wird auch der Grund sein, warum einige Nachwuchs Camper auf dem Gelände herumtollen. Irgendwie ist es hier richtig gemütlich, kein so "Großstadtflair" wie auf vielen anderen Plätzen.

Großzügige Grünflächen

Ebenfalls fußläufig ist eine Tankstelle erreichbar. Diese ist auch die einzige Möglichkeit am Morgen Brötchen zu erwerben.
Wir gehen in den gemütlichen Teil über. Durch den erneuten Wetterumschwung, es scheint wieder Sommer zu werden, stehen sogar Tisch und Stühle vor dem Wohnmobil. Unsere erste Mahlzeit in diesem Urlaub draußen an der frischen Luft steht nichts mehr im Wege.
Um das Wetter zu genießen stehen heute Abend wieder Schinkennudeln auf dem Speiseplan. In der Zeit wo die Nudeln kochen gehen wir umeinander den Duschcontainer inspizieren und die Duschen nutzen.
Ganz Wichtig!
Saubere Duschen
Pünktlich zum Anpfiff ist alles fertig, sowohl das Essen als auch die saubere Bordmannschaft. Das Fernseh wird Dank Bluetooth Transmitter zum Radio umfunktioniert. Mit der Bluetooth Box ist damit, zumindest tonmäßig, das Fussballspiel gerettet.
Auch das spülen des Geschirrs geschieht vor dem Wohnmobil. Dank unserer Spülschüssel geht dies problemlos von statten.
Endlich wieder draußen sitzen

Den Rest des Fussballspieles schauen wir uns in Ton und Bild im Wohnmobil an, bevor es früh zu Bett geht.