Sonntag, 28. Januar 2018

Herbsturlaub 2017: Anfahrt und der erste Tag Urlaub beginnt mit einem Windbeutel

Wir haben Oktober, endlich heißt es wieder: REISEZEIT
Dieses Mal führt uns der Weg ins bayerische Land. Abfahrt soll am Samstag, 01.10. sein. Allerdings muss Patrik an diesem Tag noch arbeiten und die Katzen in ihr altbewährtes Hotel. Da wir bereits bei unserer Hamburgtour gute Erfahrung mit der Abfahrt am Abend gemacht haben, wird es dieses Mal genauso sein. Bevor es aber los geht besuchen wir noch den örtlichen, neu eröffneten, Burgerladen um gemütlich etwas zu essen. 

Mahlzeit

Lecker

Als erstes Zwischenziel, aber auch zum übernachten steht der Stellplatz Marktoberdorf auf dem Programm. Viele Male waren wir bereits in der Stadt bei Bekannten auf dem Bauernhof. In unserem anderen Blog gibt es davon einen Bericht.
Es klappt vorzüglich, auch mit Patriks Müdigkeit und gegen 0:00 Uhr steht Stig samt Besatzung auf dem Stellplatz. Leider sind alle Plätze belegt, aber es gibt genügend Parkraum um dort über Nacht stehen zu bleiben.
Schnell die Gardinen im Führerhaus zugezogen und ab ins Bett.
Sonntag, 02.10.2017
Um 7:30 Uhr stehen wir auf. Das Wetter zeigt sich mal wieder von seiner feuchten Seite: Es regnet. Patrik geht ein wenig hinaus um Bilder vom Stellplatz zu machen, die demnächst in der Stellplatzdatenbank zu finden sein wird. 


Kirche in Marktoberdorf
Nach kurzer Zeit fahren wir weiter. Bevor es aber in Richtung Hopferau geht, steht noch ein kurzer Besuch der örtlichen Jet Tankstelle auf dem Programm. Da in Marktoberdorf fast alle Bäckereien sonntags geschlossen haben, ist dies eine der wenigen Möglichkeiten an frische Backwaren zu gelangen. Früher wurden dort frische Semmel eines ortsansässigen Bäckers verkauft, heute gibt es leider nur noch aufgebackte Waren. Trotzdem, vor allem um keinen weiteren Stopp einzulegen, wandern ein paar Semmel in unseren Besitz.
Jetzt können wir weiterfahren. Aber bereits nach knapp 40 Kilometer steht ein nächster Einkaufsstopp auf der Liste. Gegen 9:30 Uhr stehen wir an der Sennerei Lehern in Hopferau (Bitte Impressum beachten!). Hier gibt es leckeren Käse und feine Milch, die auch noch so schmeckt wie sie schmecken soll! Leder öffnet der kleine Laden erst um 10 Uhr. Wir parken auf dem Parkplatz. Nach und nach kommen weitere Autos auf den Hof. Immer wieder bewundernswert das Verhalten einiger Mitmenschen auf Parkplätzen oder an geschlossenen Ladentüren: die einen parken fast quer, der andere reißt beinahr die, noch, geschlossene Ladentür ab. Gegen 10 Uhr kommt allmählich Schlußverkauf-Feeling auf. Viele Personen warten auf Einlass. Die Tür öffnet sich. Lahme können plötzlich wieder rennen, nur um als erster an der Theke zu stehen. Auch wir machen uns  langsam auf den Weg und geben unsere Bestellung auf. Knapp 30 € ärmer, dafür um diversen Käse reicher geht es weiter. Noch steht das Frühstück aus. Wir beratschlagen das weitere Vorgehen und die Fahrtroute nach Mittenwald, unserem heutigem Zwischenziel. Am schnellsten geht es über Österreich. Aber wegen der ganzen Mautgeschichte boykottieren wir das Alpenland mit dem Wohnmobil. Auch soll noch ein wenig Landschaft gucken herausspringen. Nach kurzem Beratschlagen steht der Fahrtweg fest: Wieskirche (inkl. Frühstückspause und Besichtigung), Oberammergau, Ettal, Garmisch
Gesagt getan. Nach noch nicht einmal einer halben Stunde Fahrt stehen wir bereits an der bekannten Wallfahrtskirche in der Gemeinde Steingaden. Sie gehört zu den UNESCO Welterben.
Der vollständige Name der Wieskirche lautet Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland auf der Wies. Die Kirche ist im Bistum Augsburg gelegen. Patron der Kirche ist der Hl. Josef.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Wieskirche
Bereits jetzt herrscht an der Kirche reges Treiben. Zum Glück gibt es auf dem gebührenpflichtigen Parkplatz auch Plätze für uns Wohnmobilisten. Leider ist diese Gebühr allerdings alles andere als Womo-Freundlich. Patrik bezahlt für unseren Stig 2,50 €. Normalerweise würden wir auch dies nicht mitmachen und weiterziehen. Aber ein Frühstück muss allmählich her. Zähneknirrschend bezahlt Patrik die Gebühr für 120 Minuten.
Derweilen bereitet Nadine die erste Mahlzeit des Tages vor. Immer mehr Fahrzeuge fahren auf den Parkplatz. Der Grund: um 11 Uhr findet in der Wallfahrtskirche ein Erntedankgottesdienst statt. Auf Grund dessen, können wir uns jetzt mit dem Frühstück Zeit lassen, da während der Messe selbstverständlich keine Besichtigung möglich (auch nicht von uns gewollt) ist.
Die heilige Messe und unser Frühstück ist beendet. Wir machen uns auf den Weg die Wieskirche zu beabsichtigen. 


Wieskirche in Steingaden

Bereits vor der Kirche sehen wir wo wir hingeraten sind: verschiedene Souvenirläden verkaufen diverse Andenken der Wieskirche. Besonders beliebt und in vielerlei Ausführung sind Kerzen mit Bildern des Gotteshaus. Wer uns kennt, weiß das wir dieser Versuchung wiederstehen können und machen uns auf direkten Weg in die Kirche. Impossant dieses Bauwerk. Egal ob der Altarraum oder die weiteren Deckenbilder. Ebenfalls ist die "eingepackte" Orgel sehenswert.










Unsere Parkzeit und damit die Besichtigungszeit neigt sich dem Ende. Wir gehen zurück zum Wohnmobil.
Im Nachhinein bereuen wir, das wir der Messe nicht beigewohnt haben. Vielelicht gibt es irgendwann erneut die Möglichkeit ein Gottesdienst in der Wieskirche beizuwohnen.
Jetzt heißt es aber Weiterfahrt nach Mittenwald.
Wir fahren an Oberammergau vorbei nach Ettal. Aber was ist das? In Höhe des bekannten Ettaler Klosters staut sich der Verkehr. Während der Wartezeit merken wir, das wir schon häufig in Ettal durchgefahren sind, aber für ein Besuch des Kloster fehlte irgendwie immer die Zeit. Auch das muss demnächst mal nachgeholt werden.
Nach kurzer Stauzeit kann es weitergehen. Der Grund für die sonntägliche Verkehrsbehinderung: eine Baustellenampel auf den Serpentinen hinunter nach Oberau. Tja die Sicherung der Hänge muss auch sein. Zum Glück führt uns der Rückweg irgendwo anders her.
Ab Oberau läuft es wieder störungsfrei. Wir durchfahren Garmisch-Partenkirchen, unser morgigen Zwischenstopp. Aber jetzt heißt es: Nächster Halt, Mittenwald.
Wir fahren den "Wohnmobil-Stellplatz Karwendel / Camping Isarhorn Mittenald" an. Dieser befindet sich am Bahnhof. Wir erschrecken. Irgendwie haben wir uns diesen "Top-Platz" anders vorgestellt. Keine Parzellierung, daher steht jeder wie er will. Ein Teil des Stellplatzes ist geteert, jedoch der größte Teil ist auf Schotter. Da es regnet besteht dieser Schotterteil auch aus großen Pfützen. Wir haben Glück und finden eine Platz auf dem mit Teer befestigten Seitenstreifen. Allerdings direkt an den Gleisen, aber mit Karwendleblick. Man kann eben nicht alles haben.

Irgendwie komisch aber doch sehenswert
Blick auf die Bahnlinie

und den Karwendel
Beim genauen Hinsehen (übrigens ist das unsere Meinung!) ist der Stellplatz eine Art Gelddruckmaschine. Man braucht keine Infrastruktur wie Toilette oder Dusche, kann aber 13 € Stellplatzgebühr verlangen, denn die Gäste kommen trotzdem. So, genug negatives, wir haben Urlaub und da soll das positive überwiegen.
Nachdem das Wohnmobil fertig eingerichtet ist, ziehen wir uns wetterfest an. Normalerweise hält es uns nicht auf diesem Platz und Patrik würde schnurstracks umdrehen um  etwas anderes zu suchen. Aber wir haben ja noch etwas in Mittenwald vor. Ein Spaziergang zur Gröblalm steht an. Der Fußweg führt uns durch die wunderbare Innenstadt Mittenwalds.


Die Fußgängerzone von Mittenwald

Die Gröblalm ist nicht wirklich eine Alm. Sie ist auch mit dem Auto bzw. dem Gästebus erreichbar. Allerdings muss man trotzdem den Berg in Richtung Luttensee laufen. Unser Weg ist größtenteils die offizielle Straße. Zur Abwechslung schlägt Patrik noch einen Umweg über den Fußweg in Richtung Kranzberg ein. 
stetig steil bergauf
Hier hat man einen tollen Aussicht über den Ort Mittenwald sowie den Karwendel.

Mittenwald von oben




Nach knapp 45 Minuten Fußmarsch erreichen wir das Lokal.



Die Gröblalm ist für ihre großen Windbeutel aus eigener Produktion sehr bekannt. 
Wer einmal in ein uriges Lokal möchte, ist dort gut aufgehoben. Allerdings ist nur der hintere Teil der Alm als Berghütte gestaltet, der vordere Teil ist weniger interessant.





Auf der Terrasse nur Kännchen ;-)
Trotz des Sonntages und der Uhrzeit finden wir im hinteren Teil einen Platz. Die Bedienung ist flott, umgehend wird unsere Bestellung aufgenommen: je ein Windbeutel mit Eis, Sahne und Kirschen sowie ein Latte Macchiato. Kurze Zeit später steht unsere Bestellung bereits vor uns.
Windbeutel en masse

Das Ende des Windbeutelgemetzel
Der Windbeutel sieht irgendwie aus wie der gegenüberliegende Karwendel, auch von der Größe. Selbstverständlich wird das Brandteiggebäck ohne Reste verspeist. Vollgestopft verlassen wir die Gröbl-Alm und stapfen den Weg hinab ins Tal.


Fürs "herumlungern" im Wohnmobil ist es eigentlich noch zu früh. Aus diesem Grund gehen wir noch ein wenig durch die Fußgängerzone und betrachten die wunderbaren Fassaden der Häuser, die sog. Lüftlmalerei.
An den Geschäften hat sich nichts verändert gegenüber unseres letzten Besuch im vergangenen Jahr. Über den Fußweg an der Käsealm erreichen wir den Womo-Stellplatz.
Das Abendessen wird ausfallen gelassen. Gemütlich verbringen wir den restlichen Tag in der Dinette, bevor es früh ins Bett geht.

Alle Bilder des Tages als Diaschau