Dienstag, 19. September 2017

Sommerurlaub 2017 in Schottland Tag 8 -Schlösser, Delfine und Meer-

Es ist Sonntag, nach dem gestrigen regnerischen Abend ist es nun zumindest trocken. Leider steigt dadurch aber auch das Midges Risiko. Bereits beim Blick aus dem Fenster sehen wir die fiesen, schwarzen Tierchen. Für uns allerdings kein Problem. Wir haben Antibrumm Forte an Bord. Einfach damit einsprühen, fertig.
Heute steht mal wieder ein Fahrtag an. Trotzdem wird noch ausgiebig gefrühstückt. Unter anderem kommen die vorgestern gekauften Eier auf den Tisch. Als heutige Programmpunkte stehen auf dem Zettel: der Besuch des Eilean Donan Castle, sowie die Weiterfahrt nach Fortrose mit eventueller Besichtigung des Culloden Battlefield und von Fort George. Die Fahrtstrecke insgesamt beträgt ca. 100 Meilen, das bedeutet ungefähr eine Fahrzeit von 2,5 Stunden.
Das Eilean Donan Castle liegt nur sechs Meilen vom hiesigen Campingplatz entfernt und öffnet um 10:00 Uhr. Wir haben also Zeit wenn wir kurz vor 10 Abfahrt bereit sind. Gesagt getan. Punkt ten o'clock verlassen wir den Reraigh Caravan Site.

Ein letzter Stopp, vor der Abfahrt
Die sechs Meilen Fahrt sind natürlich kurz und das Castle taucht vor uns auf. Es liegt an einer Landzunge, die bei Flut zu einer Insel wird, am Loch Duich.

Eilean Donan Castle voraus

Dadurch ist sie nur über eine Fußgängerbrücke erreichbar.




Die Burg an sich wurde etwa um 1220 gebaut und hat eine lange Geschichte hinter sich. Im April 1719 wurde die Burg während des Jacobiter Aufstandes gesprengt und im Jahre 1912 durch  Lt. Col. John MacRae-Gilstrap wieder restauriert. Die komplette Wiederherstellung wurde zwischen 1920 und 1932 durchgeführt, abweichend von den ursprünglichen Plänen wurden zusätzlich die steinerne Zugangsbrücke sowie ein Kriegerdenkmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten des Clans Macrae geschaffen. Die Kosten der Restaurierung werden heute auf 250.000 £ geschätzt.
Das Castle diente als Kulisse vieler Filme. So wurde es als Highlander-Schloß berühmt. Aber auch der James Bond Film "Die Welt ist nicht genug" spielte zum Teil in den Gemäuern.
Bei solch einer Geschichte müssen wir uns das Schloß unbedingt ansehen. Noch ist nicht viel Betrieb auf dem Parkplatz. Ohne Problem finden wir einen Parkplatz. Die Eintrittspreise in Höhe von 7,50 £ pro Person ab 16 Jahren sind angemessen. 







Wir durchstreifen die alten Gemäuer. Eilean Donan Castle befindet sich Heute im Besitz der vom Clan Macrae geschaffenen Conchra-Stiftung und wird als Museum genutzt. Leider ist das fotografieren im Inneren der Burg (wie in so vielen Sehenswürdigkeiten in Schottland) nicht gestattet. 

Heinlich im Schloss fotografiert



Alle Räume, wie die Küche, die Schlafgemächer sind liebevoll eingerichtet. Nach gut einer Stunde haben wir alles gesehen und machen uns auf den Weg zum Wohnmobil. Jetzt wird es auch voller rund um das Schloss.
Wir setzen unser Fahrt fort in Richtung Inverness. Kurz vor Drumnadrochit fällt uns das Schild " Urquhart Castle" auf. Wir sind also am bekanntesten Loch in Schottland angekommen, dem Loch Ness. Ab sofort beginnt der Touristen Hype Nessie. Ein Shop hier, ein Souvenir Laden da. Am Urquhart Castle sind alle Parkplätze belegt, wir fahren also weiter. Irgendwie gefällt es uns hier gar nicht. Zuviel Trubel. Damit wäre der morgige Programmpunkt Loch Ness usw. auch schon abgehakt. Es ist wirklich so, wie viele Schottland Besucher gesagt haben: " Loch Ness und Umgebung ist alles nur Nepp. Es gibt viel schönere Orte als dieses Loch!" Wir machen noch einen kleinen Fotostopp, denn ein Bild vom Loch Ness muss trotzdem sein. Wenn ihr genau hinsieht, sieht man auch Nessie.

Loch Ness oder Touristennepp
Na, Nessie gefunden?

Na gut, es geht nun direkt zum Culloden Battlefield. Culloden ist ein Dorf in Schottland und zugleich der Ort eines nationalen Traumas, da hier in der Schlacht zu Colloden die jakobitische Armee 1746 ihr letzte Schlacht gegen die englische Armee verlor. Demzufolge ist der Ort ein besonderer Gedenkort, dem 2007 mit der Eröffnung des neuen Culloden Battlefield Visitor Centre Tribut gezollt wurde.
Wir erreichen das Gelände und wundern uns, warum alle Parkplätze in weiterer Entfernung bereits belegt sind. Der Grund wird erst später ersichtlich, da der eigentliche Parkplatz fast leer ist. Auch wir finden einen geeigneten Platz. Das Culloden Battlefield wird vom National Trust Scotland (NTS) einer gemeinnützigen Gesellschaft betrieben und unterhalten. Das das Besucherzentrum Eintritt kostet war uns bewusst, deshalb werden wir auch nur das "Schlachtfeld" besuchen. Auf dem Weg dorthin taucht ein Schild auf, das die Parkgebühr ausweist. Wir sollen mit dem Wohnmobil 5 £ bezahlen. Nö, das geht gar nicht. Dafür sind wir wieder zu geizig. Kehrtmarsch geht es in die andere Richtung. In unseren Augen ist dies Abzocke. Reisebusse zahlen keine, Autos "nur" 2 £ Parkgebühr. Jetzt haben wir die Schnauze voll. Es geht direkt zum reservierten Campingplatz nach Fortrose.
Dort erwartet uns eine positive Überraschung. Der Fortrose Bay Campsite liegt direkt am Morray Firth. Dieser ist eine Bucht in der Nordsee. Der Moray Firth gilt als der größte Großbritanniens.


Ansicht Campsite und Chanonry Point

Diese Meeresbucht in der Form eines etwa gleichseitigen Dreiecks ist tektonisch vorgeformt. In der letzten Eiszeit war sie teilweise ganz vergletschert, ist also insgesamt ein Fjord. Darüber hinaus weisen ihre inneren Teile für sich ebenfalls Fjordcharakter auf. Der große Trichter zwischen Kinnairds Head bei Fraserburgh in Aberdeenshire und dem Duncansby Head bei John o’ Groats Noss Head bei Wick ist an der Öffnung 120 km breit und namentlich 120 km lang, mit anschließendem Beauly Firth über 130 km. Nach innen gabelt sich die große Bucht in zwei Trichter, deren größerer den 50 km langen inneren Teil des Moray Firth bildet. Seine Öffnung zwischen Burghead (oder auch Covesea Skerries bei Branderburgh) und Tarbat Ness ist 25 km breit. Der nördlich angrenzende weitere innere Trichter heißt Dornoch Firth, ist 40 km lang und an der Öffnung 16 km breit.
Der innere Trichter des Moray Firth wird 14 km vor Inverness durch zwei Landzungen zu einer S-Kurve eingeengt. Die Spitzen der Landzungen sind der Chanonry Point am Nordufer und Fort George am Südufer. Die längliche Bucht zwischen dieser Meerenge und Inverness wird auch Inverness Firth genannt. Am nominellen inneren Ende des Firth bei Inverness ist die Meeresbucht eigentlich noch nicht zu Ende, sondern nur seitlich durch das Spitzdelta des River Ness eingeengt. Der innerste Teil der Bucht heißt Beauly Firth und ist noch einmal zwölf Kilometer lang. In die Nordseite des inneren Trichters mündet durch eine schmale Lücke in einem Hügelrücken der 30 km lange Cromarty Firth.
Einschließlich aller anschließenden Buchten hat der Moray Firth eine Küstenlänge von über 800 km, zu einem nicht geringenTeil felsige Steilküsten. Im inneren Teil und an den Seitenarmen gibt es beachtliche Wattflächen. Die höchsten Gipfel in Ufernähe, sind der 1048 m hohe Ben Wyvis, sechs Kilometer vom Ende des Cromarty Firth, und der 692 m hohe Beinn Tharsiunn, weniger als 5 km südlich des Dornoch Firth.
Vom  Wohmobil zum Wasser sind es nur zehn Meter.

Wir stehen direkt am Wasser
Die nette Betreiberin erklärt uns die Hauptattraktion an diesem Platz. Keine Meile vom Wohnmobil entfernt liegt der Chanonry Point. Dorthin kommen während dem Niedrigwasser Delfine zur Nahrungsaufnahme. Beste Chancen die Tiere zu sehen ist an diesem Tag gg. 19:30 Uhr
Das ist aber nicht allein der Grund für unseren Besuch auf diesem Platz. Wir müssen nach einer Woche ein klein wenig Wäsche waschen, damit wir in der kommenden Woche noch etwas anzuziehen haben.

Waschtag
Auch kommt heute abend unser geliebter Lotus Grill zum Einsatz. In Lockerbie haben wir vergangene Woche Würstchen gekauft. Diese dienen uns heute als Abendessen. Gut sie sind nicht so gut wie die "Deutsche Bratwurst" aber es gibt auch schlechtere Würste.
Natürlich kommt es noch zum Highlight des Tages. Wir sehen tatsächlich Delfine aus nächster Nähe. Leider sind die Fotos mit der Handy-Kamera nicht wirklich etwas geworden, aber Patrik hat trotzdem eine Lösung gefunden. Danke an den Fotoprofi.

Leuchturm am Chanonry Point


Wo sind nur die Delfine?


Da sind sie ja


So sieht man sie besser

Morgen verlängern wir hier in Fortrose für eine Nacht und machen einen Chilling-Day. Wir haben es uns verdient.

 Es ist Nacht in Fortrose


Alle Bilder des Tages als Diaschau







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