Montag, 16. Mai 2016

Osterreise 2016, unsere erste Tour im eigenen Mobil -Es geht weiter in Richtung Nordsee-

Montag, 28.03.2016: Wir kehren Bremen den Rücken und fahren weiter an die Nordsee
Auch am Ostermontag schlief ich nur bis 07:30 Uhr. und wie immer führte mich mein erster Weg an die Entsorgung. Unsere Toilette war mal wieder voll. Das Entleeren klappte problemlos und ohne Kleckerei. Ich glaube, ich habe allmählich Erfahrung damit. Nadine testet in der Zwischenzeit das Sanitär- und Duschgebäude. Nach kurzer Benutzungszeit befindet sie die Örtlichkeit im sehr guten Zustand. Das Wasser hatte ein angenehme Temperatur und vor allem, es ist alles sauber. Wir haben schon andere Duschhäuser gesehen (s. Bericht Nürburgring 2008). 
Heute ist bekanntlich Feiertag. Deshalb hat auch der platzeigene Brötchenservice geschlossen. Auch beim Bäcker im nahegelegenen Rewe ist an diesem Tag kein Kauf möglich. Zum Glück sind wir aber Besitzer eines Backofens. Keinen elektrischen, sondern einen für den Gasherd. Er ist rund wie ein Topf und nennt sich "Omnia".
Er besteht aus drei Teilen: Unterteil, Ofen in Form einer Backform und Deckel.

Campingbackofen "Omnia"

Material: Unterteil aus rostfreiem Stahl, Backform und Deckel aus Aluminium

Größe: Durchmesser 250 mm, Volumen der Form 2,0 l und Höhe 70 mm, totale „Gebrauchshöhe“ inklusive Knopf 140 mm, Gewicht ca.0,5 kg

Funktion: Die Form der Schale leitet die Warmluft entlang der Unterseite der Backform und ergibt die Unterwärme. Das Loch in der Backform und dem Untergestell bewirkt, dass die Herdwärme nach oben geleitet wird, trifft auf den Deckel und ergibt dadurch Oberwärme. Der Deckel hat ein Ventilationsloch.
Prinzip des Omnia Backofens

Zubehör: u.a. Silikonform und Aufbackrost
Im Internet gibt es viele Rezepte für den Omnia Backofen. Auch ein Buch für Köstlichkeiten aus dem Omnia ist erhältlich.
Nun aber von der Omnia Theorie zur Praxis. Wir wollen heute Brötchen aufbacken. Dafür haben wir uns bereits bei der Vorbereitung Aufbackbrötchen vom Discounter besorgt. Nicht die tiefgekühlten sondern die in Folie verpackte Art. Des Weiteren habe ich mir noch kleine Körnerbrötchen im Rewe am Samstag gekauft. Bevor es aber ans backen ging, heißt es den Ofen aufzubauen. Da es unser erster Einsatz des Omnia ist, ist er noch original verpackt. Schnell die Verpackung auf und die Beutel entfernt. Die Luftpolsterfolie hebe ich als "Klapperschutz" auf. Ideal für den späteren Transport hält die Verpackung auch noch einen zusätzlichen Stoffbeutel bereit. Das Zusammenbauen gestaltete sich einfach. Wegen der kleinen Größe von 25 cm passen von den Discounterbrötchen nur vier bis fünf Stück hinein. Durch die Tipps im Internet, erfuhr ich, das die Brötchen nicht die Form berühren sollen, da sie ansonsten an den Druckstellen schneller erhitzen bzw. verbrennen. Aus diesem Grund ist der Aufbackrost auch als nützliches Zubehör zu benutzen.

Unser "Omnia" im ersten Einsatz

Premiere, die ersten selbst (aufgebackten Brötchen im Wohnmobil
Jeder Aufbackvorgang dauerte ca. 20 Minuten. Nach fast einer Stunde waren unsere Brötchen fertig und wir konnten frühstücken. Geschmacklich sind die Aufbackrohlinge nicht mit den Teigwaren aus den Bäckereien zu vergleichen. Aber lieber diese Art Brötchen als Brot, welches schon zwei Tage alt ist. Passend zu unserem allerersten richtigen Frühstück im eigenen Wohnmobil hatten wir von zu Hause noch leckere Eier von unserem Bio-Eierhof (Bitte Impressum beachten!) mitgebracht. Einem ausgiebigen Frühstück stand trotz der späteren Abreise nichts mehr im Wege. Wir speisten gemütlich die mitgebrachten Köstlichkeiten. Aber auch das leckerste Frühstück ist irgendwann zu Ende. Nun hieß es in Personalunion alles zusammenpacken, verstauen und Abfahrt bereit machen. Bei diesen Arbeiten hat jeder seine Aufgaben. Das heißt:
  • Nadine spült und macht im Wohnmobil alles startklar
  • Sebastian kümmert sich um die Kurbelstützen, das Stromkabel, die Keile und in Bremen auch ums Antennenkabel
  • Patrik ist für das Fahrzeug und alles weitere zuständig
Jeder machte seine Arbeit vorbildlich. Ruck-Zuck waren wir zur Weiterfahrt bereit. Nur wohin fahren wir jetzt. Ich wollte eigentlich nach Greetsiel. Allerdings liegt der Ort links von Bremen und nach dem Aufenthalt an der Nordsee wollen wir weiter nach Hamburg. Das heißt wir müssten wieder über Bremen. Das macht einen Fahrtweg von zusätzlichen 400 Kilometer. Auch wenn wir Urlaub machen, so fahren wir nicht, allein schon wegen den Spritkosten. Ein neuer Ort muss her. Zum Glück haben wir die ProMobil Stellplatzführer App auf dem Handy. Mit diesem Programm ist auch ein Suchen per Karte möglich. Wir scrollten zur Nordsee und suchten. Irgendwann kamen wir an die Beschreibung für Cuxhaven. Dort gibt es sogar zwei große Stellplätze. Über einen hatte ich vor kurzem eine ansprechende Reportage gesehen. Wir beschließen nach Cuxhaven zu fahren. 
Zur besseren Veranschaulichung der Orte, hier eine Karte:
Von Bremen nach Greetsiel, nein doch lieber nach Cuxhaven
Das neue Fahrtziel ist nun bekannt, aber wir müssen noch entsorgen. Dieser Gedanke hegten weitere Mobilisten. Es hieß für uns warten. Aber wir haben Zeit, wir sind schließlich in Urlaub. Nach fünf Wohnmobilen durfte auch unser Stig über den Bodeneinlass zum Wasser (ab-)lassen.


Frischwasser haben wir noch für die kurze Fahrt genügend an Bord. Die Toilette hatte ich ja bereits schon entleert. Nadine entsorgte unser getrennter Müll auf diesem vorbildlich durchdachten Stellplatz. Nach kurzer Zeit war auch unser "Stig" fertig und ich konnte den Ablauf schließen. Wir konnten weiterfahren. Nächstes Ziel: Cuxhaven "Stellplatz am Fährhafen".
Das Navi spuckt uns eine Strecke von 103 km über die A27 aus. Wir setzten uns in Bewegung und kehren Bremen den Rücken. Bevor es aber auf die nächstgelegene Autobahn geht, fahren wir noch kurz am Bremer Weserstadion vorbei.
Leider ist dieses Stadion auch außerhalb von Spieltagen und an Feiertagen Wohnmobilunfreundlich. Es gibt um die Sportstätten kein geeigneter Parkplatz für unser Womo. Alle Plätze waren mit Höhenbegrenzungsstangen (2,10 Meter) ausgestattet.


Bilder beim vorbeifahren geschossen

Leider ist ein Parken am Stadion mit dem Wohnmobil nicht möglich
Dies war der vorletzte Stopp in Bremen. Der Letzte Halt vor der Autobahn machen wir an einer Tankstelle. Unser Stig hat Durst. Beim Anblick der Preistafel erschrecke ich. Der Dieselpreis liegt bei über 1,00 €. Volltanken ausgeschlossen. Ich tanke nur für 30,00 €, damit wir mindestens bis Cuxhaven kommen. Beim Bezahlen erhalte ich von der freundlichen Esso Mitarbeiterin noch den Hinweis über einen festinstallierten städtischen Bilderautomaten kurz vor der Autobahn. Auf teure Fotos haben wir keinen Bock, deshalb waren wir froh über den Tipp ;-). Unser Wohnmobil hat auch einen Tempomat an Bord. Was liegt da näher die Geschwindigkeit auf 50 km/h zu stellen um diese teuren Bilder zu vermeiden.
Der Blitzer zog nicht blitzend an uns vorbei. Kurz danach fahren wir auch schon auf die A27 in Richtung Bremerhaven. Auch hier nutze ich den Tempomat. Unsere Reisegeschwindigkeit beträgt von nun an 100 km/h. Schließlich sind wir in Urlaub. Nadine befragte Tante Goggel nach einem Campingartikelhändler in der Nähe von Cuxhaven. Wir haben schließlich immer noch das Toiletten-Chemie-Problem. Sie wurde fündig. Wir programmieren das Navi zum Cuxhavener Caravan Center (Bitte Impressum beachten!) um, um zu sehen ob ich am nächsten Tag den Weg mit dem Fahrrad zurücklegen kann. 
Auf dem Weg dorthin kommen wir in Nordholz vorbei. Dort gibt es neben der Graf Zeppelin Kaserne auch das sogenannte Aeronauticum (Bitte Impressum beachten!).
Einfahrt zur Graf  Zeppelin Kaserne

Von weitem ist bereits die Einfahrt zu sehen. Auch ein ausrangiertes Flugzeug zeigt uns, dort gibt es was zu sehen.

Wir beschließen einen kleinen Zwischenstopp einzulegen. Sebastian und ich wollen uns die Ausstellung ansehen. Nadine bleibt lieber im Wohnmobil und entspannt. Auf dem kleinen Museumsparkplatz ist es schwer für uns einen geeigneten Parkplatz zu finden, da mal wieder nicht an Womos gedacht wurde. Wir blockieren kurzerhand vier Plätze, auch um nachher nicht von anderen Besucher zugeparkt zu werden.

Graf Zeppelin, erwartet uns bereits am Eingang

Sebastian und ich gehen zur Kasse, bezahlen den Eintritt und erhalten einen Plan über die Ausstellungsflächen.

copyright: Aeronauticum 
copyright: Aeronauticum


Das Aeronauticum ist ein Luftschiff- und Marinefliegermuseum. Der Name des Museums leitet sich vom englischen Wort Aeronautics bzw. dessen deutscher Übersetzung Aeronautik ab. Auf dem ca. 36.000 m² großen Freigelände werden 17 Original-Luftfahrzeuge der See- und Marineflieger der Bundesmarine und der DDR gezeigt, die nach 1945 im Einsatz waren. Die neuesten Ausstellungsstücke seit Dezember 2005 sind eine Breguet BR 1150 Atlantic  (Bitte Impressum beachten!) des Marinefliegergeschwaders 3 in Nordholz und eine Panavia MRCA Tornado des ehemaligen Marinefliegergeschwaders 2 in Tarp/Eggebeck. In den 2.050 m² großen Innenbereich wird die historische und technische Entwicklung der Luftschifffahrt und Marinefliegerei anhand von Beispielen, kleinen Exponaten sowie Nachbauten gezeigt. Das komplette Gelände besteht aus zwei Bereichen, eine Halle und dem Freigelände. Die Ausstellung ist als Rundweg angelegt. Sebastian und ich starten in der Halle. In der Museumshalle ist eine Dauerausstellung über die Luftschifffahrt zum Thema „Fliegen leichter als Luft“. Die Ausstellung zeigt Informationen zu Zeppelinen in militärischer und ziviler Nutzung und Dokumentationen zum Schicksal der Besatzungen. 
Die Ausstellungsinnenflächen sind in fünf Bereichen der Dauerausstellung und dem Sonderausstellungsbereich aufgeteilt.

  1. Technik und Geschichte der Luftschiffe 
  2. Luftschiffe im Krieg 
  3. Zivile Luftschifffahrt 
  4. Luftschiffplatz Nordholz 
  5. See- und Marineflieger (und Außenbereich)

Neben originalen Uniformen, Ausstattungsdingen des Zeppelins (z.B. Besteck und Gläsern) sehen wir auch einen detailgetreuen Nachbau eines Luftschiff-Führerstandes inkl. Besatzung. Interessant, jeder hat seine Aufgabe und das auf engsten Raum.

Blick in ein Führerstand eines Luftschiffes

Führerstand eines Luftschiffes (Nachbau)


Viele Tafeln veranschaulichen das fahren mit diesen außergewöhnlichen Fahrzeugen. Selbstverständlich gab es auch Bilder sowie Dokumentationen vom damaligen Zeppelin-Unglück am 06. Mai 1937, das gleichzeitig das Aus der Luftschifffahrt bedeutete. Der nächste Augenmerk gilt dem Luftschiffplatz Nordholz.


Quelle Wikipedia (Bitte Impressum beachten!): Am 17. Dezember 1912 beauftragte der Staatssekretär des Reichsmarineamtes, Großadmiral Alfred von Tirpitz, die Kaiserliche Werft in Wilhelmshaven mit dem Bau eines 800 ha großen Marinestützpunktes in der Heidelandschaft bei Nordholz.
Das Gebiet erfüllte alle besonderen Anforderungen für den Standort des Marinestützpunkts Nordholz: es war ein zentral gelegenes Gelände ohne allzu große Militärpräsenz, günstig zu erwerben und durch das vorgelagerte Watt gegen Beschuss von See aus gesichert.
Über 18.161.000 Mark flossen in den Bau des streng geheimen Gaswerks, der Unterkünfte und der Luftschiffhallen. Die Doppelhalle „NOBEL“, zuerst „HERTA“ genannt, stand auf Schienen und ließ sich innerhalb von einer Stunde um 360° drehen. Diese weltweit einzige Doppeldrehhalle hatte ein Gewicht von 4.600 t und war zuerst 182 Meter, im Kriege dann 200 Meter lang bei einer Breite von 70 Metern und einer Höhe von 30 Metern. Zweck der Drehhalle war es, die Luftschiffe unabhängig von der Windrichtung ohne Gefahr durch Querwinde aus beziehungsweise in die Halle zu ziehen. Fest standen dagegen die Doppelhallen NORMAN, NOGAT und NORDSTERN sowie die Einzelhallen NORA und NORBERT. Ab 1915 bekamen alle Hallen mit NO beginnende Namen.
Durch die Möglichkeit, zehn Luftschiffe aufzunehmen, war Nordholz einer der größten und wichtigsten Luftschiff-Stützpunkte im Ersten Weltkrieg. Es wurden insbesondere Luftschiffe vom System Zeppelin eingesetzt aber auch einige Luftschiffe des Systems Schütte-Lanz.
Alle Hallen wurden nach dem ersten Weltkrieg gesprengt, abgebaut oder verschrottet. Mitte der 1920er Jahre baute die Luftwaffe einen Fliegerstützpunkt auf dem Gelände, das zeitweise 1.200 westpreußische Flüchtlinge beheimatete, die durch die Abtretung des „Korridors“ an Polen eine neue Heimat brauchten. Die Gemeinde Wursterheide wurde am Rand des Stützpunktes gegründet.
Während des Zweiten Weltkrieges sicherte dieser Fliegerstützpunkt die südliche Nordsee. Nach dem Krieg diente der Flugplatz zuerst den Engländern als Stützpunkt, dabei wurde von hier aus auch die Bombardierung Helgolands vorgenommen. Später diente er den Amerikanern als Flugplatz, bevor die Bundesmarine das Gelände übernehmen konnte und zum Marinefliegerhorst aufbaute.
Bevor es für uns ins Außengelände mit den diversen Original-Fluggeräten geht kommen wir zum fünften Teil der Ausstellung. Im See- und Marinefliegerbereich ist u.a. ein Simulator für den Langstrecken-Seeaufklärer, Breguet Atlantic, aufgebaut.






Dieses Originalteil kann auch zu bestimmten Zeiten "getestet" werden. Leider sind wir außerhalb dieser Zeit vor Ort. Die Führungen für diesen Simulator sind immer dienstags (vom 15.03. bis 31.10.) von 11:30 Uhr bis 15:00 Uhr. Wir bestaunen noch eine Rettungsinsel und fachsimpeln über das Leben auf einer solchen. Sebastian und ich sind am Ende der Ausstellungshallen angelangt. Nun liegt das knapp 36000 qm große Außengelände vor uns. Bevor ich es beim betrachten der Bilder vergessen, für das fotografieren wird eine "Lizenz" fällig. Diese gibt es für einen Kostenbeitrag von 2,50 € an der Kasse. Wir sehen die nach 1945 bei den deutschen Marineflieger der Bundesrepublik Deutschland und der DDR eingesetzten Flugzeuge und Hubschrauber. In einen der Hubschrauber (DDR) steigen wir auf die Ladefläche und sehen wie spärlich die Soldaten damals "reisten" mussten.




Zu jedem der ausgestellten Flugzeuge was zu schreiben würde hier den Rahmen sprengen. Wir haben dafür eine Diaschau erstellt, bei der alle Fluggeräte beschrieben sind. Bei unseren Aufnahmen kommt immer als erstes die Beschreibung und dann das Fluggerät.


Einen Teil der Ausstellung haben wir noch vergessen. Die Sonderausstellung "Operation Heimkehr - Bundeswehrsoldaten über ihr Leben nach dem Auslandseinsatz". Diese befasst sich mit der Rückkehr deutscher Soldaten von ihren  Auslandseinsätzen und den damit verbundenen traumatischen Probleme. Ich will nicht meine politische Meinung zu dieser Art von Einsätzen äußern. Jeder kann sich selbst ein Bild nach dem Besuch dieser Ausstellung machen und sich eine Meinung bilden.
Übrigens gibt es im Aeronauticum neben den Ausstellungen auch ein Cafe zu zivilen Preisen sowie einen großen Kinderspielplatz. Weitere Informationen über das Museum findet man auf der Homepage (Bitte Impressum beachten!).
Wir gehen zu Nadine ins Wohnmobil zurück, schließlich brauchen wir noch einen Schlafplatz für heute Abend und Cuxhaven hat derer zwei. Wie vorhin bereits gedacht hat sich der Parkplatz gefüllt. Es ist ziemlich eng. Sebastian muss mich einweisen, damit ich keine andere Fahrzeuge beschädige. Es gelingt problemlos. Wir setzen uns in Bewegung. Nächstes Ziel ist das Cuxhavener Caravan Center. Dieses befindet sich am Stadtrand von Cuxhaven. Hier bekommen wir morgen unsere lang ersehnte Toilettenchemie.
Chemieproblem gelöst, jetzt müssen wir das Stellplatzproblem lösen. Wir haben die Qual der Wahl. Der eine Stellplatz ist am Fährhafen und der andere im Ortsteil Duhnen. Beide sind fast gleich mit den Preisen. Bei beiden gibt es eine Ver- und Entsorgung sowie Strom. Bei dem in Duhnen sind noch sanitäre Anlagen vorhanden. Wir beschließen zuerst den Platz am Hafengelände anzusteuern. Dieser liegt auch in der Nähe der Touristenattraktion "Alte Liebe" und bietet zudem einen Brötchenservice an.
Die Alte Liebe ist ein Anleger mit Aussichtsplattform im Hafen von Cuxhaven. Er befindet sich an der stromseitigen Begrenzung des Cuxhavener Hafens zum Fahrwasser der Unterelbe. Von dem Anleger legen die Schiffe in Richtung der Inseln Neuwerk und Helgoland sowie zu den Seehundsbänken ab.
Das Bauwerk wurde 1733 durch die Versenkung von drei ausgedienten Schiffen an dieser Stelle errichtet. Die Schiffe wurden mit Pfählen umgeben und die Zwischenräume mit Steinen und Buschwerk ausgefüllt.
2005 wurde das Bauwerk mit einer Stahlbeton-Konstruktion erneuert. Darüber befindet sich ein zweistöckiger Pfahlbau aus Holz, von dessen Galerie Besucher die Schifffahrt auf der Unterelbe beobachten können. Über eine Lautsprecheranlage werden die Besucher über Größe und Herkunft der vorbeifahrenden Schiffe informiert.
Der Name „Alte Liebe“ leitet sich von einem der drei versenkten Schiffen her, das „Olivia“ hieß. Von der Bevölkerung wurde es jedoch nur „Oliv“ genannt, was phonetisch dem plattdeutschen Wort für „Alte Liebe“ entsprach. (Quelle: Wikipedia (Bitte Impressum beachten!))
Wir fahren durch das Hafengebiet und sehen viele Fischbrötchenstände, Kneipen und Restaurants sowie diverse Schreihälse welche versuchen die Touristen auf die verschiedene Ausflugsschiffe zu "locken". Nur bei ihrer Schifffahrtsgesellschaft gibt es die besten Rundfahrten, Fahrten zu den Seehundbänken usw. Kurz vor der "Alten Liebe" und dem Windsemaphor (Bitte Impressum beachten!) biegen wir nach links ab in Richtung Helgolandfähre / Jachthafen. Bereits von weitem sehen wir den Wohnmobilstellplatz "Die Platte" am Fährhafen. Eigentlich nicht besonderes. Ein großer geteerter Platz auf einer Erhöhung (Platte). Parzelliert durch weiße Striche auf dem Boden. Ein typisch eingezäuntes Areal im Hafengebiet. In der Mitte ein Infocontainer und  ein Parkscheinautomat. Die Mobile, aber auch Wohnanhänger stehen in Viererreihen. Die erste Reihe, mit Blick auf die Nordsee ist sehr beliebt und bereits "ausgebucht".
Erste Reihe "ausgebucht"

Wir fahren eine Runde über de Platz und kommen zu dem Entschluss: "Heute Nacht bleiben wir hier. Morgen fahren wir weiter nach Duhnen."
Bevor es ans wohnlich einrichten geht, müssen wir die Platte wieder verlassen. Unser Stig braucht noch Frischwasser. An der Einfahrt zum Stellplatz (auch dort können Mobile stehen, allerdings im Schatten einer großen Werkshalle) befindet sich die Ver- & Entsorgungsstation. Für 1,00 € erhalten wir 100 Liter frisches Trinkwasser. Das reicht für heute. Wir versuchen nun in der zweiten Reihe auf der Platte einen Stellplatz zu finden. Dies gelingt uns problemlos. Ich parke ein, Sebastian packt die Keile aus und weist mich ein und Nadine beginnt das Mobil für den Standplatz klar zu machen. Motor aus, fertig für heute. Ich geh noch einen Parkschein für heute ziehen. In der Zwischenzeit erscheint auch schon der Platzwart und gibt Bescheid, das wir uns einen Parkschein ziehen sollen. Mein Gott, das hasse ich eigentlich. Noch nicht richtig "ausgepackt" und schon wird reglementiert. Aber ich stehe ja schon am Automat und kämpfe mit der Technik. Ein Tipp von mir an alle, die auf den Stellplatz stehen und den Parkscheinautomaten benutzen: "Nach jedem Vorgang die OK Taste drücken!". Als auch ich dies mit dieser ominösen Taste kapiert hatte, hielt ich den Parkschein und zwei Kurkarten in der Hand. Nun können wir 24 Stunden hier stehen bleiben.
Sebastian startet die nächste Premiere: das Ausrichten unserer automatischen Satellitenantenne. Es klappt und wir können Fernsehen schauen. Nadine und ich ziehen uns um. Wir beabsichtigen noch hinüber zur "Alten Liebe" und zum Hafengelände zu spazieren. Leider haben wir keinen Ostfriesennerz dabei, so das unsere normale Regenbekleidung herhalten muss. Wir verabschieden uns von Sebastian, er bleibt im Mobil. Wir blicken uns erstmal am Stellplatz um. Der Platzwart ist in seinem Info-Container. Wir gehen hinein und fragen nach dem angebotenen Brötchenservice. Er sagt uns, das eine Vorbestellung nicht möglich ist. Es geht unter dem Motto: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Wir entdecken beim Platzwart diverse Toiletten- sowie weitere Sanitärflüssigkeiten. Diese werden als weiterer Service von ihm verkauft. Yeahh schießt es mir durch den Kopf. Unser Chemieproblem ist gelöst. Wir kaufen eine Flasche der blauen Flüssigkeit aus dem Hause Thetford. Der Preis ist nicht teurer wie in den diversen Zubehörhändler im Internet. Ich bringe die Flasche ins Womo und dann gehen wir in Richtung Hafen.




Dort sehen wir den Windsemaphor (Bitte Impressum beachten!) und den alten Hamburger Leuchtturm (Bitte Impressum beachten!). Dieser ausgediente Turm erlangte Berühmtheit, da er nach seiner Stilllegung (2001) über Ebay versteigert werden sollte.
Nadine und der Hamburger Leuchtturm


Semaphor Cuxhaven






Auch ein Ehrenmal zu Ehren der Minensucher liegt auf dem Weg.




Natürlich mussten wir auch der "Alten Liebe" einen Besuch abstatten. Wir blicken auf die Nordsee und genießen die Seeluft. Ich schaue ins Hafenbecken. Da schwimmt doch tatsächlich ein Seehund. Der hat sich offenbar verirrt. Leider bekomme ich das Tier nicht noch einmal zu Gesicht. Trotzdem interessant einen Seehund im natürlichen Gewässer live zu sehen.

Feuerschif a.D. "Elbe 1"









Es zieht ein Regenschauer auf. Nadine, ich und viele weitere Touristen gehen schnurstracks zum überdachten Bereich der Aussichtsplattform. Wir warten bis der Regen nach lässt, um wieder zurück zum Wohnmobil zu spazieren. Neben der Nässe durch den Regen wird uns auf einen Schlag kalt. Wir gehen zwei Schritte schneller. Zum Glück ist die Heizung in unserem rollenden Zuhause eingeschaltet.
Bevor wir zum Wohnmobil zurückkehren, besuchen wir noch unsere direkte Nachbarschaft, die Seebäderbrücke mit Blick auf den Jachthafen. Irgendwie sind die Boot-Gastanlieger wie wir Wohnmobilisten. Sie legen an und reisen weiter wenn sie wieder wollen. Leider liegt am heutigen Tag nur ein Schiff an den Anlegestellen. Dieses eine Boot ist aber eines der Superlative.
ein amerikanischer Katamaran

Wir sehen einen amerikanischer Katamaran. Nach den Fahrrädern (zwei Kinder- & zwei Erwachsenenräder) an Bord zu urteilen, handelt es sich bei den Seefahrer um eine vierköpfige Familie. Vielleicht ist es auch ein Promi. Leider bekommen wir niemand der Bootsbesatzung zu Gesicht.
Ein weiterer schöner Service bietet der SAD (SchiffsAnsageDienst Cuxhaven), der ebenfalls an der Seebäderbrücke "stationiert" ist.

Direkt an der Seebäderbrücke
Der Verein wurde im Jahre 2011 gegründet. Seit der Zeit informiert er die Gäste der Stadt Cuxhaven und deren Bürger mit Interessantem rund um die Schifffahrt und Daten von Schiffen, die seegehend oder von See kommend Cuxhaven passieren. Die Zeiten für diesen Service ist von April bis Oktober in der Zeit von 10:00 Uhr bis 19:00 Uhr. Bereits an der Alten Liebe hörten wir die Informationen über die vorbeifahrenden Schiffe. Nur zuordnen, woher die Infos kommen, konnten wir noch nicht. Jetzt wissen wir es. Für alle Interessierte, die nicht in Cuxhaven verweilen, die etwas über Schiffe erfahren wollen, gibt es auch einen Livestream und eine Webcam auf der Homepage des SAD.
Nach soviel Informationen haben wir Hunger. Wir marschieren auf direktem Weg zum Wohnmobil.
Eine weitere Premiere steht bevor. Wir beschließen zum Abendessen Käsespätzle zu machen. Ich habe keine Lust diese in der Pfanne zu braten, so das ich erneut zum Omnia greifen. Heute morgen die Premiere als Brötchenaufbacker und jetzt die erste richtige Mahlzeit in dieser genialen Erfindung.
Ich packe erneut den Backofen auf. Bei vorherigen Recherchen im Internet erfuhr ich, das das richtige Einfetten der Backform das A & O dieses Küchengerätes ist. Ich bevorzuge Backtrennspray für solche Arbeiten. Dieses hat den Vorteil: man kann es sprühen und es ist einfacher zu dosieren.
Ich sprühe die Form großzügig ein. Danach fülle ich die frischen Spätzle (aus dem Discounter) in den Behälter. Würze mit Salz, Pfeffer sowie geriebener Muskatnuss, Gebe noch einen Schuss Schlagsahne hinzu und bedecke alles mit geriebenen Käse. Jetzt heißt es warten. Wir sind vorwitzig und "spitzen" zwischenzeitlich unter den Deckel. Es funktioniert. Der Käse verläuft zu einer goldgelben Farbe. Ich gebe noch eine handvoll Röstzwiebeln hinzu und nach weiteren 5 Minuten beginnen wir mit dem Abendessen. Mhmmmmmmmm lecker. Eine schnelle und saubere Zubereitung. Wiederum ein Vorteil für den Omnia.



Wir sind alle satt. Nadine spült das schmutzige Geschirr. In die Form des Omnia füllen wir Wasser mit Spülmittel ein. Damit weichen wir die angebackten Reste ein. Nach einer kurzen Einweichzeit ist unser Backofen sauber. Er sieht aus wie neu.
Den Abschluss des Abend verbringen wir vor dem Fernseher und lassen es uns gut gehen. Gegen 22:30 Uhr sind wir alle so müde, das wir ins Bett gehen.
Übrigens, während wir hier stehen läuft immer das "Schiffsradar" auf unserem Tablett mit. So sehen wir immer welche Schiffe an uns vorüberziehen.

Kilometerstand Abfahrt Bremen: 2264
Kilometerstand Ankunft Cuxhaven: 2387
gefahrene Kilometer: 123

Linksammlung: (Bitte Impressum beachten!)
Unser Backofen: "Omnia" und Aufbackrost, sowie ein Rezeptbuch und Backtrennspray
Auf diesem Bio-Eierhof kaufen wir zu Hause unsere Frühstückseier
Cuxhavener Caravan Center
Infos rund um das Aeronauticum in Nordholz: Infos über das Gelände, eines der besonderen Flugzeuge (Breguet BR 1150 Atlantic)
"Alte Liebe" Cuxhaven
Windsemaphor Cuxhaven
Hamburger Leuchtturm Cuxhaven
SAD (SchiffsAnsageDienst Cuxhaven)

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