Montag, 16. Mai 2016

Osterreise 2016, unsere erste Tour im eigenen Mobil -Cuxhaven zum zweiten-

Dienstag, 29.03.2016: Das Wetter ist besch.... Wir bleiben noch einen Tag in Cuxhaven
Die Nacht war bescheiden. Es regnete und war sehr windig. Ein ausgewogener Schlaf sieht anders aus. Ich bin bereits um 7.00 Uhr wach,  weiterschlafen unmöglich. Ich stehe leise auf, damit ich meine zwei Mitreisende nicht wach mache. Sebastian schläft wie ein Murmeltier, Nadine ist allerdings auch schon wach und kuschelt sich noch in der warmen Bettdecke. Ich beschließe einen kurzen Spaziergang zur berühmten Stellplatzreihe 1 zu machen, um ein wenig mir das Meer anzuschauen.

Blau-weißer Himmel, aber saukalt

Diesen Spaziergang unterbreche ich bereits nach kurzer Zeit. Mir ist es zu kalt - gefühlte 2 Grad. Ich gehe nochmal zurück ins warme Wohnmobil und ebenfalls unter die Bettdecke.

Punkt 8.00 Uhr lüfte ich erneut diese. Mein täglicher Wohnmobil-Rhythmus beginnt. Ich begebe mich zur ... NEIN Halt! Heute nicht. Erstens ist die Chemietoilette noch nicht voll und zweitens ist mir die Entsorgungsstation zu weit von unserem Stellplatz entfernt. Die 200 Meter lege ich nicht mit der Kassette in der Hand zurück. Wir fahren später ja weiter und dann wird entsorgt. Trotzdem habe ich um kurz nach acht ein Rendezvous, nämlich im Infocontainer mit dem hiesigen Bäcker. Der platzeigene Brötchenservice ist in dem besagten Container untergebracht. Einige Mobilisten (hauptsächlich männlichen Geschlechts) haben den gleichen Gedanken wie ich. Die Zeit beim anstehen wird zu einem Smalltalk untereinander genutzt. Es wird über das Hauptthema Wetter gesprochen, auch die weitere Tagesplanung einiger Wohnmobilfahrer erfahre ich in der Warteschlange. Nach kurzer Zeit stehe ich im Container und kann meine Brötchenwünsche äußern. Im Infocontainer sind zwei Tische einer Bierzeltgarnitur aufgebaut. Auf denen befinden sich einige Bäckereikörbe gefüllt mit verschiedenen Köstlichkeiten. Das Angebot umfasst neben diversen Brötchenspezialitäten auch das typische Gebäck, wie Croissants oder Hörnchen. Ich kaufe insgesamt 10 Brötchen und 3 Hefehörnchen. Für diese Leistung bezahle ich 6,05 €. In meinen Augen ein annehmbarer Preis und gehe zum Wohnmobil zurück.

Brötchenservice

Sebastian schläft immer noch. Der freundliche Papa-Weckdienst waltet nun seines Amtes. Es funktioniert. Innerhalb weniger Minuten ist Sebastian aus dem Reich der Träume aufgewacht.
Es beginnt ein eingespieltes Prozedere: der Rückbau des Bettes in der Dinette. Die Matratzen und das Brett müssen in den Durchgang neben meinem Schlafplatz. Unsere Teambesetzung sieht wie folgt aus: Sebastian steht in der Dinette. Er reicht mir, ich stehe in der Küche, zuerst die beiden Matratzen und dann das Brett an. Ich reiche die 3 Sachen weiter zu Nadine, die dafür in unserem Bett sitzt.
Nachdem alles verstaut ist, beginnen wir mit dem Decken des Tisches und kochen Kaffee. Unser Frühstück kann beginnen. Wir besprechen den Tagesablauf:
  • Entsorgung unseres Wohnmobils
  • Einkaufen
  • Weiterfahrt nach Duhnen zu dem dortigen Meerwasser-Schwimmbad "ahoi"
Das Frühstück ist Geschichte. Es war lecker, die Brötchen vorzüglich. Wir machen uns bereit zur Abfahrt. Jeder hat erneut seine Aufgaben. Wie bereits in Bremen klappt diese Arbeitsverteilung wie geschmiert. Heute gehen wir das erste Mal in diesem Urlaub einkaufen. Auf dem Stellplatz gibt es eine Infotafel. Gesponsert von diversen Firmen aus Cuxhaven. Auch der dortige Real hat eine Anzeige geschaltet. Wir beschließen dorthin zu fahren. Gegen 11:00 Uhr sind wir soweit. Unser erster Weg führt zur Entsorgungsstation. Da wir das einzige Fahrzeug sind, geht der Entsorgungsvorgang ruck-zuck über die Bühne. Frischwasser wird erst heute Abend aufgenommen. Ich gebe die Adresse des Real Marktes in unser Navi ein. Was würden wir heute nur ohne diese elektronische Dinger machen, oder was hatten wir früher gemacht? Wir sind trotzdem immer ans Ziel gekommen. Das Navi lotst uns durchs Hafengebiet. Nadine und ich beschließen: "Sollten wir heute Abend erneut auf der Platte stehen, machen wir noch einen Spaziergang durch dieses Viertel!" Wir kommen an einigen Kneipen und Fischgeschäfte vorbei, bevor wir das Gelände des Real erreichen. Aber was ist das? Bei uns sind diese Märkte, vor allem die Parkplätze riesig und für Wohnmobile geeignet. Der Real hier in Cuxhaven ist auch groß - der Parkplatz allerdings nicht. Hier können wir nicht parken! Es gibt zum Glück noch ein Parkdeck. Von weitem sehe ich die Zufahrt. Da gibt es allerdings eine Höhenbeschränkung von 2,10 Metern.  Jetzt ist guter Rat teuer. Fahren wir weiter und suchen einen Markt, auf dem wir mit dem Wohnmobil stehen können oder suchen wir hier im Umkreis? Ich finde auf der Straße einen geeigneten Platz zum Parken. Wir nehmen unser Leergut und spazieren zum Einkaufscenter. In diesem ist neben dem real auch eine Apotheke und das goldene M untergebracht. Da wir schon gefrühstückt haben und noch nicht hungrig sind, lassen wir den Fast Food Tempel links liegen. Die Apotheke wird von uns auch nicht benötigt. Medikamente usw. sind schließlich in unserer roten Kiste
Es geht für uns schnurstracks ins Getränkecenter. Unsere mitgebrachten Flaschen tausche ich am Pfandautomaten gegen "bare Münzen" in Form eines Bons ein. Wir wollen uns etwas Besonderes für die gemeinsamen Abende gönnen. Ich entscheide mich das erste Mal für Einbecker Bier, passenderweise standen wir 2012 in dieser schönen Stadt (s. den damaligen Reisebericht). Im Nachhinein eine gute Wahl. Nadine und Sebastian suchen sich alkoholfreie Biermischgetränke aus. Wir gehen zur Kasse. Dort tauschen wir unseren Pfandbon ein. Die Flüssigkeitsfrage ist geklärt. Nun geht es weiter in den Supermarkt. Bereits im Wohnmobil wurde von uns eine Einkaufs-Liste erstellt, die nun abgearbeitet wird. Neben Lebensmittel sowie Dinge für den täglichen Bedarf benötigen wir einige Sachen fürs Wohnmobil. Das sind u. a.: ein Fensterabzieher sowie ein Fenstertuch, damit wir morgens  die Windschutzscheibe leichter vom Kondenswasser befreien können, aber auch Zahnstocher und Haken zum aufhängen von Tücher stehen auf dem Zettel. 
Die Einkaufsliste wird von uns zügig abgearbeitet. An der Kasse wechseln 53,75 € den Besitzer. Wir gehen mit Einkaufstaschen beladen zurück zu unserem "Stig".  Von Weitem sehe ich schon was uns Dummes erwartet. Irgend ein Trottel steht fast an der Stoßstange von unserem Mobil. Super hat er das gemacht. Während Nadine unsere Einkäufe verräumt, machen Sebastian und ich uns ein Bild, wie wir hier schadenfrei wieder rauskommen. Nach eingehender Begutachtung sehen wir, das wir nach vorne noch knapp einen Meter Platz zum Rangieren haben. Sebastian bleibt draußen um mich einzuweisen (oder heißt es in diesem Fall auszuweisen?). Mit der gekonnten Hilfe meines Einweisers (oder doch Ausweiser?) gelingt es mir, das Wohnmobil ohne Schaden auszuparken. Sebastian steigt wieder zu und wir fahren weiter. Im Navi gebe ich als nächstes die Adresse des Schwimmbades "ahoi" in Duhnen (Bitte Impressum beachten!) ein. Nach kurzer Zeit erreichen wir diesen Ortsteil von Cuxhaven. 
Irgendwie merkt man bereits: Hier wird vom Tourismus gelebt! Am Ortseingang sehen wir die großen Parkplätze. Unter anderem der Wohnmobilstellplatz Duhnen. Wir fahren erstmal in den Ort hinein um am Schwimmbad zu parken. Auf dem Weg dorthin geht es an Pensionen, Restaurants und Hotelkomplexe vorbei. Nach gemächlicher Fahrt, Tempo 30 Zone, taucht das Meerwasserwellenbad vor uns auf. Von Parkplätzen allerdings weit und breit keine Spur. Nur ein Parkhaus für Schwimmbadgäste mit PKW bekommen wir zu Gesicht ... natürlich mit Höhenbegrenzung... Daran erkennt man mal wieder die Qualität unseres Navis. "Mist, was machen wir jetzt?", frage ich in die Runde. Wir kommen zum Entschluss zu drehen, um dann auf dem vorderen Parkplatz (auch für Wohnmobile erlaubt) zu parken. Ich suche einen Wendehammer oder ähnliches. Leider finden wir nichts in der Art. Es bleibt mir keine andere Wahl als in einer breiten Einfahrt zu drehen. Auch hierfür muss Sebastian als Einweiser tätig werden. Ich fahre in die Einfahrt und stoße zurück. Leider ist die Strasse nur knapp 7,50 Meter (inklusive Bürgersteig) breit. Kurzer Hand blockieren wir mal für fünf Minuten die Straße. Das Wendemanöver gelingt. Wir fahren wieder zurück in Richtung Ortseingang zu den vorhin bereits gesichtenen Parkplätze.  Bereits jetzt besprechen Nadine und ich, das es uns hier nicht über Nacht hält. Irgendwie gefällt uns dieser Teil von Cuxhaven nicht. Dies bedeutet wiederum: Nachher geht es wieder zurück zur "Platte" im Fährhafen. 
Ich steuere die Einfahrt des Wohnmobilstellplatz Duhnen, der auch zum Parken genutzt werden kann, an. Überaschenderweise gibt es zwei Einfahrten mit Parkscheinautomat und Schrankenanlage: eine 2,20 Meter breite für PKWs und eine weitaus breitere für Wohnmobile usw. 


Einfahrt zum Stellplatz

Bereits hier bemerken wir, dass es neben den zwei verschiedenen Einfahrten auch unterschiedliche Parkgebühren gibt. Natürlich kostet es an der breiteren der Beiden mehr "Wegezoll". 
Dieser sieht wie folgt aus:
PKW je angefangene Stunde 1,00 € & Tageshöchstsatz 5,00 €
Ab 2,20 m breite Fahrzeuge je angefangene Stunde 2,00 € & Tageshöchstsatz (24 Std.) 10,00 €; allerdings wird beim 24 Stunden Tarif auch noch die Kurtaxe (Bitte Impressum beachten!) fällig, die beim Platzmeister entrichtet wird.
Wir entschließen trotz dieser Gebühren auf das Gelände aufzufahren und suchen uns einen Park-(Stell)platz. In der Mitte gibt es eine geeignete Parzelle für das Mobil. Bevor wir das Gelände verlassen, blicke ich mich ein wenig um und mache für unsere Stellplatzliste einige Fotos. 


Wir haben unseren (Park-)Platz gefunden

Natürlich hat der Platz auch Vorteile, wie die kostenlose Ver- und Entsorgung oder die sanitären Einrichtungen, aber der Ort Duhnen an sich gefällt uns nicht. Vielleicht liegt dies auch am Wetter, denn es beginnt zu regnen. Wir spazieren trotzdem zum Meerwasserhallenbad. Dieses Mal allerdings nicht an der Hauptstrasse sondern am Strand entlang. Für das Betreten des Wattenmeeres und dem dazugehörigen Strand wird ein Eintritt fällig. Zum Glück war in unserer Plattenstellplatzgebühr die Kurzaxe für zwei Personen nebst Kurkarte enthalten. Sebastian braucht mit seinen 15 Jahren diesen Obulus noch nicht zu zahlen. Unsere Kurkarte berechtigt uns zum freien Eintritt am Strand und Wattenmeer. Zur Zeit ist Ebbe am Strand. Wir stehen zum ersten Mal im Watt. 



Wir im Watt


Für uns ein Naturschauspiel, das seines gleichen sucht. Wir beschließen noch einen kleinen Geocache (Beschreibung Geocaching (Bitte Impressum beachten!)) zu machen. In der alten Lesehalle Duhnen (Bitte Impressum beachten!) befindet sich ein TB-Hotel. Von zu Hause haben wir einen Travelbug (TB) mitgebracht. Mit den entsprechenden Koordinaten machen wir uns auf die Suche. Ich will nicht zuviel über diesen Geocache verraten (spoilern); nur kurz: Wir haben ihn gefunden.



Auch der TB wird von uns hineingelegt und kann jetzt weiter wandern. Wir spazieren auch weiter. Schließlich ist das Schwimmbad schon zu sehen. Auf dem Gelände des Hallenbades suche ich erneut nach Parkmöglichkeiten für unseren Stig. Aber wie vorhin beim vorbeifahren erblicken wir nur die Parkgarage für PKWs. Es gibt scheinbar keine andere Möglichkeit mit dem Wohnmobil als am Anfang des Ortes das Gefährt abzustellen. 
An der Kasse angekommen bezahlen wir trotz Kurkarte stolze 19,00 € für die Familienkarte bei einer Badezeit von zwei Stunden. 


stolze Preise

Für uns heißt es zuerst umziehen und dann hinein in die "Wellen". Im "Ahoi" erwartet uns ein großes Wellen- und ein beheiztes Außenbecken gefüllt mit Meerwasser. Der Wellenbetrieb findet zu jeder halben Stunde für 10 Minuten statt. Wir lassen es uns gut gehen und warten auf die Wellen. Zwischendurch gehen Sebastian und ich noch die Rutsche testen. Nach knapp 1,5 Stunden ist unserer Badezeit beendet. Nachzahlen möchten wir natürlich nicht. Beim Hinausgehen schaue ich mich noch ein wenig im Foyer um. Im "ahoi" ist neben dem Wellenhallenbad noch ein Saunabereich, ein Thalasso-/Spacenter und ein Fitnessstudio integriert. 
Wir spazieren zurück zu unserem Parkplatz. Dieses Mal allerdings gehen wir durch den Ort. Nadine gönnt sich unterwegs ein Fischbrötchen. Ihr erstes für diesen Urlaub. Sebastian und ich sind keine Fischfreaks, deshalb entscheiden wir uns für ein Eis. 
Wir kommen noch an der Kapelle am Robert-Dohrmann-Platz vorbei. Das Besondere an dieser Kapelle ist: Sie wurde aus einem alten Bauernhof erbaut und heute finden dort Gottesdienst für Urlauber statt.




Nach diesem "kulturellen" Abstecher sind wir wieder am Wohnmobil angekommen. Unser Entschluss steht. Wir fahren zurück zur Platte. Aber bevor wir das machen, entdecke ich die Versorgungsstaion. 



Die Benutzung dieser ist in der Park- bzw. Stellplatzgebühr enthalten (denke ich zumindest, steht auch nirgendwo etwas anderes). Wir befüllen unseren Stig mit Frischwasser bevor ich die Parkgebühren für unseren Kurzaufenthalt (4 Stunden) in Höhe von 8,00 € bezahle. 
Leider beginnt es erneut zu regnen. Unseren Abendspaziergang lassen wir deswegen ausfallen. Wir richten uns häuslich auf der Platte ein.



Nach dem Abendessen spielen wir noch ein wenig Mau Mau bevor wir müde in die Betten fallen.




Morgen geht es weiter nach Hamburg. Die Suche des Stellplatzes werden wir vor Ort beginnen. Auf jeden Fall werden wir wieder den Platz am Grünen Deich anfahren. Sollte der belegt sein, müssen wir weitersehen.


Fazit Cuxhaven: Bei unserer Reiseplanung war Cuxhaven gar nicht vorgesehen. Den Ort steuerten wir nur an, da es von dort aus besser nach Hamburg zu fahren ist, als das geplante Greetsiel. In den zwei Tagen sahen wir einiges von "Cux". Natürlich nicht alles. Wir werden wieder in die Hafenstadt in Niedersachsen fahren. Vom Treiben rund um den Hafen haben wir witterungsbedingt leider nicht viel mitbekommen. Duhnen gefiel uns nicht wirklich. Zu "touristisch" und dadurch überteuert (s. Schwimmbad usw.). Wir fühlten uns irgendwie an Damp erinnert. Vielleicht ist auch dies im Sommer anders und das Baden in der Nordsee entschädigt unser Gefühl. Toll war das Spazieren am Strand sowie im Wattenmeer. Für uns "Städter" ein Erlebnis und etwas Außergewöhnliches. 
Auch die Auswahl der beiden WoMo-Stellplätze ist Geschmackssache. Wer auf sanitäre Anlagen steht, ist in Duhnen gut aufgehoben. Wir legen mehr Wert auf die "Aussicht",  deshalb fühlten wir uns auf dem geteerten Paltz am Fährhafen wohler. 

Dia Schau unserer Bilder aus Cuxhaven und Duhnen


Kilometerstand Abfahrt: 2387
Kilometerstand Ankunft Bremen: 2413
gefahrene Kilometer: 26

Linksammlung: (Bitte Impressum beachten!)
Cuxpedia: Infos rund um Cuxhaven
"ahoi" in Duhnen: Meerwasserwellenbad
Kapelle am Robert-Dohrmann-Platz
Beschreibung Geocaching
GC5XD34 5* TB-Hotel "Alte Lesehalle Duhnen": der von uns gemachte Geocache
Alte Lesehalle Duhnen
Informationen zur Kurtaxe in Cuxhaven

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