Sonntag, 28. Januar 2018

Herbsturlaub 2017; Tag 7: Blaubeuren und sein Blautopf

Samstag, 07.10.2017
Unser Urlaub neigt sich dem Ende entgegen. Allmählich geht es wieder zurück in Richtung Heimat. Aber bevor es soweit ist, gibt es erstmal Frühstück. Dank der geliebten Tante Goggel haben wir in knapp 500 Meter Entfernung eine Bäckerei entdeckt. Dadurch bleibt der Omnia erneut im Schrank. Patrik macht sich auf den kurzen Fußweg und kommt mit verschiedenen Brötchen in der Hand zurück. Während dem Frühstück besprechen wir den weiteren Tagesablauf. Dieser sieht in etwa so aus:

  • Fahrbereitschaft herstellen und Entsorgung
  • den gestern benutzten Strom an der "fairen DOSE" bezahlen
  • Fahrt nach Sulzenmoos, dort befindet sich die Caravan Händlervereinigung "Der Freistaat" und die haben Herbstmesse
  • Einkaufen
  • Fahrt nach Blaubeuren mit Zwischenübernachtung

Gesagt getan. In kürzester Zeit ist alles verräumt und es geht zur Entsorgung. Während Patrik den Grauwassertank und danach die Toilette entleert, bezahlt Nadine unsere Stromschulden. Die restlichen Gebühren hatten wir bereits gestern schon bezahlt. Patrik programmiert das Navi und schon kann die Weiterfahrt starten.
Pfiad di, Fürstenfeldbruck


Nach noch nicht einmal 30 Minuten erreichen wir die Autobahnausfahrt Sulzemoos. "Der Freistaat" und die dazugehörigen Parkplätze sind hervorragend ausgeschildert. Bereits hier bemerken wir: es herrscht reger Betrieb. Viele Parkplätze rund um das große Firmengelände sind bereits belegt. Mit Mühe und vor allem mit fahrerischen Können bekommen wir auch noch einen  auf dem großen Wohnmobilplatz.
Stellplatz bei "Der Freistaat"

Aus allen Richtungen strömen Menschen zu den vielen ausgestellten Fahrzeuge. Wir tuen es ihnen gleich. Patrik interessiert sich erneut für die Kastenwagen und möchte sich auf jeden Fall die neuen Integrierten von Carado sowie die
Schwestermarke Etrusco ansehen. Vielleicht bekommen wir auch den neuen Vlow aus der Capronschmiede zu Gesicht.
Da es sich bei "Der Freistaat" um eine Händlervereinigung handelt, haben die verschiedenen Firmen die Fahrzeuge nach Marken auf dem großen Hof ausgestellt.
Wir steigen in die verschiedene Kastenwagen. Natürlich gibt es auch einen, der unserer Wünsche entspricht. Aber wir haben noch unseren Stig, der auch noch lange bewegt werden soll. Patrik steigt auch in die 2018 Modelle der Marken Carado bzw. Sunlight um wie immer die Ausstattung zu unserem Gefährt zu vergleichen. Na ja das ein oder andere hat sich verbessert gegenüber unserem 2015er Modell. Aber das Aha Erlebnis bleibt aus. Auch der Integrierte überzeugt uns, vor allem wegen dem hohen Leergewicht, nicht. Die Etrusco Modelle hingegen findet Patrik auf Grund der Innenausstattung interessant. Diese sieht besser als bei den Schwestermodelle aus.
Als besonderes Highlight besteht in Sulzenmoos auch Modelle aus dem Haus Morello, Phoenix und Concorde zu "besteigen". Mit großen Augen steigt Patrik in die Luxusliner ein. Angetan hat es ihm ein Fahrzeug aus dem Hause Morello im mittleren sechsstelligen Bereich. Ein Traun, egal ob in der Ausstattung oder bei den Farben. Alles passt zueinander. Leider findet sich auf dem gesamten Firmengelände kein einziger Kastenwagen von Carado oder  Sunlight. Dann muss diese Besichtigung eben in den Januar  auf der CMT in Stuttgart verschoben werden. Wir haben genug geträumt und gesehen. Zurück auf dem Parkplatz geht der erste Teil der Rückfahrt weiter.
Auf dem Weg zur Herbstmesse sahen wir noch ein Schild, das frische Eier und Honig anbietet. Ein Grund dort hinzufahren. Viele treue Leser Wissen bereits, das wir diverse Lebensmittel aus Qualitätsgründen gerne direkt beim Erzeuger kaufen. Vor allem ist dies bei den Eiern und dem Honig so. Wir werden auf dem Schmibauers Hof (http://www.schmibaurs-freilandeier.de) fündig und durchstöbern den Selbstbedienungs-Hofladen. Zehn frische Freilandeier und ein Glas Honig wechselt den Besitzer. Nun brauchen wir trotz alledem noch ein paar Lebensmittel vom Discounter. Eine Autobahn Ausfahrt weiter, in Odelzhausen, gibt es ein solcher. Ein weiterer Kurz-Stop steht bevor. Unsere Einkaufsliste wird umgehend abgearbeitet. Bevor wir wieder die Autobahn ansteuern bekommt auch das Wohnmobil noch eine Ladung Diesel. Alle Vorräte sund aufgefüllt. Nächster Halt: Blaubeuren.
Nach noch nicht einmal zwei Stunden Fahrzeit erreichen wir die Stadt im Alb-Donau Kreis. An der dortigen Stadthalle befindet sich ein großer Stellplatz für Wohnmobilisten mit Ver- und Entsorgung. Achtung: Ein Teil des Platzes ist von Bäumen umgeben. Dies macht ein Fernseh-Empfang unmöglich. Auch wir machen diese Erfahrung. Unsere Antenne dreht sich einen Wurm. Nun gibt es die Wahl: Entweder Womo umsetzen oder heute Abend kein Fernseh. Wir entscheiden uns für das umsetzen und schon klappt es mit der Antenne.


Achtung Bäume

Eigentlich ist es noch zu früh um im Mobil rumzugammeln. Wir ziehen uns um und spazieren in Richtung Stadtzentrum und Blautopf. Dieser ist die zweit-wasserreichste Karstquelle Deutschlands. Hier entspringt die Blau, die nach rund 22 Kilometern im Ulmer Stadtgebiet der Donau zufließt.
Bekannt ist der Blautopf für die je nach Lichteinfall mehr oder weniger intensive, aber immer auffallend blaue Farbe seines Wassers. Die blaue Farbe entsteht durch einen physikalischen Effekt der Lichtstreuung (so genannte Rayleigh-Streuung) an den nanoskaligen Kalkpartikeln, die im Wasser dispergiert sind. Durch deren geringe Größe wird das blaue Licht bevorzugt gestreut und erzeugt das blaue Leuchten. Der gleiche Effekt ist auch bei der Blauen Lagune in Island, zu beobachten; dort wird der Effekt durch nanoskalige Silikatpartikel verursacht.
Die Schüttung der Quelle schwankt sehr stark mit den Niederschlägen zwischen mindestens 250 l/s, im Mittel 2.280 l/s und höchstens 32.670 l/s. Nach ihrer mittleren Schüttung ist es die zweitgrößte Karstquelle der Schwäbischen Alb und hinter dem Aachtopf die zweitstärkste Einzelquelle in ganz Deutschland. Das Einzugsgebiet des Blautopfs ist etwa 160 Quadratkilometer groß.
Der hohe Wasserdruck hat im Laufe der Zeit einen trichterförmigen Quelltopf mit einem Durchmesser von etwa 40 Metern an der Oberfläche ausgespült, der bis in eine Tiefe von 21 Metern reicht.
Am Blautopf gibt es ein Hammerwerk, das vom Wasser der Quelle angetrieben wird.




Das alte Hammerwerk am Blautopf
Im Jahre 1804 erhielt der Huf- und Waffenschmied Abraham Friedrich von der Stadt Blaubeuren die Genehmigung für eine Hammerschmiede mit Schleiferei. Die Hammerschmiede wurde bis 1889 in ihrer ursprünglichen Art betrieben. Anschließend wurde sie in eine mechanische Werkstatt umgestaltet, die bis 1956 funktionstüchtig war. Danach war das Blautopfhaus nur noch ein Abstellraum für die Stadt Blaubeuren. Anfang der 1960er Jahre besann man sich auf die Tradition des Blautopfhauses und hatte die Absicht, diese attraktiv zu machen. Auf der Suche nach einer Hammerschmiede fand man in Bad Oberdorf (Allgäu) eine geeignete Einrichtung. Nach dem Ausbau des Blautopfhauses wurde die Hammerschmiede in zweijähriger Arbeit eingebaut. Seit Mitte der 1960er Jahre kann sie in ihrer ursprünglichen Funktion wieder besichtigt werden.
Der Blautopf ist ein Ort der Sagen und Legenden. So wurde die Wasserfärbung einst dadurch erklärt, dass täglich ein Fass voll Tinte hineingeschüttet würde. Im Volksglauben galt der Blautopf als bodenlos. Versuche, mit einem Bleilot die Tiefe zu ermitteln, sollen immer wieder von einer Nixe vereitelt worden sein, die das Gewicht stahl. In Anlehnung an diese Sage gibt es unweit des Blautopfs einen Felsen mit dem Namen „Klötzle Blei“. Und auch ein bekannter schwäbischer Zungenbrecher wird gerne den Kindern in der Umgebung erzählt:
’S leit a Klötzle Blei glei bei Blaubeira,
glei bei Blaubeira leit a Klötzle Blei.
Hochsprachlich lautet das in etwa:
Es liegt ein Klötzlein Blei gleich bei Blaubeuren,
gleich bei Blaubeuren liegt ein Klötzlein Blei.
Tatsächlich wurde bereits 1718 nach einer Lotung die Tiefe mit 62½ Fuß (ca. 19 Meter) recht genau angegeben.








Die Geschichte Das Stuttgarter Hutzelmännlein von Eduard Mörike gibt diese und andere Sagen in einer Binnenerzählung wieder, eingebettet in die Rahmenhandlung eines Wandergesellen, der über die Alb nach Blaubeuren zieht. Ganz besonders ausführlich wird die Geschichte von der Schönen Lau erzählt, der Tochter einer Menschenfrau und eines Wassernix aus dem Schwarzen Meer, die von ihrem Gemahl, dem Donaunix, in den Blautopf verbannt wurde, weil sie nicht lachen konnte und ihm nur tote Kinder gebar. Sie sollte erst zurückkehren und ein lebendiges Kind gebären, wenn sie fünfmal gelacht hatte. Dabei half ihr die Wirtin des Nonnenhofs. In der ZDF Mediathek (Bitte Impressum beachten!)  findet man ein sehr interessanter Beitrag aus der Terra X Senderreihe über das Blauloch.
Wir spazieren in die Altstadt und entdecken viele Fachwerkhäuser. In einem urigen Kaffee springt für uns noch eine Kaffee raus bevor es wieder zurück zum Wohnmobil geht.




Kaffeepause








Die Stadt Blaubeuren ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Auch wird es nicht unser letzter in der Stadt gewesen sein.
Als Abendessen steht heute Käsespätzle aus dem geliebten Omnia auf dem Speiseplan. Danach geht es auch für uns in den gemütlichen Teil über. Passenderweise läuft im Fernseh eine Showsendung über die Sängerin Nena. Wir genießen den letzten Abend für diesen Urlaub im Wohnmobil.

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