Sommerurlaub 2017 in Schottland Tag 2 -Fährüberfahrt und die ersten "Schritte in England"-
Eigentlich beginnt unser Tag Sch.... . Wir haben verschlafen. Geplant war um 02:00 Uhr aufzustehen, damit wir die 04:00 Uhr Fähre nehmen können, so Platz dort ist. Ersten kommt es anders und zweitens als man denkt. Der Wecker klingelt tatsächlich um 02:00 Uhr. Nur anstatt auf die Schlummertaste zu drücken, schaltet Patrik ihn ganz ab. So schlafen wir weiter. Gegen 03:00 Uhr wird Patrik erneut wach. Erschrocken weckt er Nadine. Gemeinsam beschließen beide doch erst die ursprünglich gebuchte Fähre um 06:00 Uhr zu nehmen. Der Vorteil daran: es geht noch für eine Stunde ins Bett.
Die Nacht war kurz am Fährterminal
Um 04:00 Uhr klingelt der Wecker erneut. Dieses Mal stehen wir auch auf. In Personalunion wird die Abfahrtsbereitschaft hergestellt. Patrik und Sebastian gönnen sich noch einen Automatenkaffee (2,00 € jeweils). Punkt 05:00 Uhr stehen SePaNa am Check In. Dort werden die Personalausweise und der Fahrschein kontrolliert. Weiter geht es zur Passkontrolle des französichen Zolls. Unsere Gesichter werden mit den entsprechenden Pässen abgeglichen. Die Personalausweise lassen wir draußen. Da wir ja nach Großbritannien einreisen wollen, werden die Dokumente erneut kontrolliert. Der englische Zöllner hält noch einen kleinen Small-Talk mit uns. Nächster Halt: Fahrzeugkontrolle um eine illegale Einreise zu vermeiden. Zwei Männer mit breiten Schultern und großer Taschenlampe bewaffnet betreten das Wohnmobil. Im Beisein von Patrik schauen sie in die Toilette und lassen sich die Garage öffnen. Außer unserem Material alles unauffällig. Wir können weiterfahren. Bereits beim Check In wurde uns die Wartespur, Lane, genannt.
Warten auf der "Lane", bis wir auf
die Fähre können
Alles gut durch organisiert. Auf den ersten Spuren warten LKW's sowie Reisebusse auf den Einlass auf die Fähre. Danach die Autos und dann die Wohnmobile. Irgendwann kommt Hektik. Die Warteschlangen setzen sich in Bewegung. Nach kurzer Zeit sind auch wir an der Reihe.
Hier haben wir ein Video online gestellt, das unsere Fährauffahrt zeigt.
Unser Platz ist in der oberen Etage (Deck 4).
Die Handbremse angezogen, den ersten Gang eingelegt und das Gas abgedreht. Sebastian sperrt das Wohnmobil ab. Gemeinsam verlassen wir das Fahrzeugdeck und gehen in den Passagierbereich. Beim Rundgang wird die Größe der Fähre ersichtlich. Insgesamt gibt es zwei Passagierdecks mit verschiedenen Restaurants, eine kostenpflichtige Lounge und ein abgetrennter Bereich für LKW Fahrer. Leider ist ein sitzen nur in den Restaurants möglich. Wir machen uns in einer Sitzecke breit. Diese befindet sich in der vorderen Spitze des Schiffes mit tollem Ausblick.
Aufzug mit Waage
Patrik wiegt also soviel wie zwei Unterschenkel
Ausblich von unserem Platz
Gegenverkehr
Unsere Fähre, die "Dover Seaways"
Hafeneinfahrt Dover
Während der zweistündigen Fahrt besuchen wir auch noch das Außendeck. Vor allem kurz vor der Hafeneinfahrt in Dover ein wunderschöner Platz.
Die bekannten Kreidefelsen von Dover
Paparazzi
In Dover beginnt ein neues Abenteuer: das Linksfahren. Nach kurzer Eingewöhnungszeit und dank unserer "linken Hilfe" in Form eines roten Pfeiles nach links im Sichtfeld, klappt es problemlos.
Unserer linke Hilfe
Die heutige Fahrstrecke beträgt über 600 km bis an die schottisch/englische Grenze in Carlisle. Wie bereits gestern ist es ein entspanntes Fahren, dank der Tempobegrenzung. Kein Stress und vor allem kaum Aggressivität auf der Straße. Irgendwie komisch, warum klappt so etwas nicht in Deutschland? Der Weg quer durch England führt uns rechts an London vorbei. Damit wird nicht durch die Hauptstadt müssen, gibt es die Abkürzung "Dartford Crossing". Es ist ein Tunnel bzw eine Brücke in Dartfort. Diese Strasse ist eine der wenigen mautpflichtigen Routen in Großbritannien. Der Wegezoll ist entweder online im voraus oder nachträglich ebenfalls online innerhalb von 24 Stunden zu entrichten. Ein nicht bezahlen führt zur Strafmaut im dreistelligen Pfundbereich! Eine Zahlstelle vor Ort gibt es nicht. Wir haben die Maut bereits im voraus entrichtet.
Dartfort Crossing in Sichtweite
Um Besser zu verdeutlichen wie eng es im Tunnel ist, haben wir kurz die Kamera mitlaufen lassen.
Das einzige Manko hier in Großbritannien: es gibt keine oder nur wenige "normale" Autobahnparkplätze. Nur solche großen Rastanlagen mit Tankstelle und diversen Restaurants. An einer solchen Servicestation machen wir eine halbe Stunde Pause. Zweimal müssen wir im Kreis fahren bevor wir bei den Reisebussen einen Platz "zugeteilt" bekommen. Ach noch etwas: Auf diesen Rastanlagen ist das Parken nur für zwei Stunden erlaubt. Längeres Parken kostet extra und muss in der Rastanlage bezahlt werden. Sollte man sich weigern die Parkgebühr zu entrichten wird durch Videoaufzeichnung eine Strafzahlung, die auch in Deutschland "eingetrieben" wird, erhoben. Großbritannien ist das Land der elektronischen Videoaufnahmen. Viele Straßen und Plätze sind videoüberwacht. Wer dies nicht möchte sollte besser zu Hause bleiben.
Links Fahren, rechts überholen
Kurze Pause an einer Raststätte
Auch die erste Landstraßenerfahrung sammeln wir
Nach fast acht Stunden Fahrt erreichen wir unser Zwischenziel. Diese befindet sich drei Meilen vor Schottland. Es ist ein BritStops Übernachtungsplatz. Wie das "Landvergnügen" in Deutschland gibt es in Großbritannien "BritStops" (Bitte Impressum beachten!). Nach dem Kauf eines Stellplatzführer kann man kostenlos für eine Nacht bei ausgewählten Pubs, Geschäften oder Farmen übernachten. Unser Platz ist das Restaurant "Metal Bridge Inn". Gern gesehen ist es, wenn man beim Gastgeber noch einkehrt.
Unser erster Übernachtungsplatz in
Großbrittanien
Eine große Infrastruktur gibt es auf solchen Plätzen normalerweise nicht. Wir haben Glück. Hier in Carlisle gibt es eine Entsorgung und nachdem wir freundlich gefragt haben erhalten wir auch 30 Liter Trinkwasser.
Als Dankeschön kehren wir zumindest auf ein Drink noch im Restaurant ein, bevor wir zu Bett gehen.